Mohnblumen – kreative Naturfotografie

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In leuchtendem Rot stellen wir uns sie normalerweise vor, doch Mohnblumen gibt es auch in anderen schönen Farben. Und jede von ihnen ist ein kleines Kunstwerk, deshalb bekommen diese hübschen Blumen heute einen eigenen Blogbeitrag. Mit vielen verschiedenen Perspektiven und Fototipps für deine Mohnblumen-Bilder. Diese funktionieren natürlich auch bei anderen Blumenfotos.

 

Mohnblumen in klassischem Rot

Rote Mohnblumen sind der Klassiker. Ab Mai bis Ende Juli / Anfang August wächst der wilde Mohn an Straßen-, Wiesen- und Feldrändern. Frisch aufgeschüttete Erdhügel und Bauplätze versteckt der Klatschmohn – wie er auch genannt wird – unter einem roten Blütenmeer. Schön ist der Mohn auch im Garten. In unserem Naturgarten sucht er seinen Platz immer selbst aus. Die einzelnen Blüten verblühen zwar rasch, aber so eine wilde Mohnblume hat wirklich viele Blüten.

Mohnblüte mit Katzenminze
Klatschmohn mit Katzenminze im Hintergrund – ein sehr hübscher Kontrast – je weiter du die Blende aufmachst (für die Nicht-Techniker: je geringer der F-Wert ist), umso mehr verschwimmt der Hintergrund. Oder du gehst weiter weg – die Fotos habe ich mit dem 200 – 500 mm @ 500 mm gemacht. Das untere Mohnbild ist von weiter weg fotografiert. Bei diesen Bildern gefällt mir der unscharfe Hintergrund viel besser. Und dir?

Mohnblüte mit Katzenminze

 

Mohnblüte im Naturgarten
Im Frühling, wenn der Mohn blüht, kommt uns immer wieder das Reh besuchen. Es steht voll auf die Knospen vom wilden Mohn. Ist zwar cool, wenn die Fotomotive in den Garten kommen. Doch leider frisst das süße Reh nicht nur Mohnblüten. Deshalb haben wir jetzt einen rehsicheren Zaun. Hoffentlich …

Zum Fotografieren sind die roten Mohnblüten am schwierigsten. Das strahlende Rot ist manchmal eine echte Herausforderung, speziell im Kontrast zum meistens grünen Hintergrund. Und wenn auch noch die Sonne voll auf die Blüte scheint, kann es schon einmal passieren, dass du nur einen roten Klecks auf deinem Foto hast und die feinen Strukturen verloren gegangen sind. Ob das Rot Probleme macht, siehst du am besten am Histogramm. An einem sonnigen Tag hilft am besten ein Diffuser, mit dem du dein blumiges Motiv beschattest. Oder noch besser – an einem nicht so schönen Tag fotografieren. Es gibt keinen besseren Diffuser als die Wolken. Ansonsten kannst du es mit der Belichtungskorrektur probieren.  Wenn du dich durch die Galerie blätterst, siehst du mit welchem Objektiv / Blende ich das jeweilige Foto gemacht habe.

Für den Garten gibt es mittlerweile schon die verschiedensten Mohnblüten. In unserem Naturgarten mag ich den wilden Mohn am liebsten. Und ich glaub, unsere Insekten auch. Wenn du einmal nicht weißt, was du mit deinem Makro fotografieren sollst, such dir ein paar Mohnblumen. Du wirst staunen, mit wie vielen unterschiedlichen Mohnbildern du nach Hause kommst. Wenn die Sonne scheint, vergiss nicht, dein Histogramm im Auge zu behalten. Dann funktioniert das auch mit dem Rot. 😉

 

Ganz in weiß …

Erst einmal habe ich den weißen Alpen-Mohn in der Natur gesehen – bei einem Fotoworkshop im Nationalpark Gesäuse. Das liegt wohl daran, dass ich mich als Marchfelderin und Flachländerin meistens nur im Urlaub in höheren Gefielden aufhalte. Und der weiße Alpen-Mohn wächst nun einmal – wie der Name schon sagt – in alpinen Höhen. Dort findest du ihn am ehesten auf Steinschuttfluren.

Weißer Alpen-Mohn
Weißer Alpen-Mohn – ein wunderschönes Fotomotiv. Ideal für Experimente. Die Foto habe ich alle mit meinem Makroobjektiv Nikkor 105 mm gemacht.
Weißer Alpenmohn mit Schwebfliege
Auch der weiße Alpen-Mohn wird gerne von Insekten besucht. Dann hast du die Qual der Wahl: Fokus auf die Mohnblüte oder auf das Insekt?

Weißer Alpen-Mohn mit Schwebfliege

Meistens ist die Zeit zu kurz zum Fotografieren. Geht es dir auch so? Sogar wenn ich mit der Kamera wieder einmal Gartenfotos mache, halte ich mich nicht lange bei einem Motiv auf – es gibt einfach viel zu viel zu sehen.

Wenn dann aber bei einem Fotoausflug die Naturfotografie im Vordergrund steht, gibt es keine Ablenkung. Dann gibt es nur mehr die Kamera und mein Motiv. Da kann es sogar passieren, dass ich mein Stativ verwende 😉  sonst hält mich das immer viel zu lange auf. Und speziell bei der Insektenfotografie behindert es mich. Wenn ich dann mein Motiv gefunden habe und die ersten Fotos in der Kamera sind, kommt die Kreativität. Dann bleibt Zeit für Experimente und Neues auszuprobieren.

Der weiße Hintergrund zur weißen Blüte hat sich einfach dadurch ergeben, dass der tatsächliche Hintergrund viel zu unruhig war und von der Mohnblume abgelenkt hätte. Nachdem ich den Diffuser sowieso dabei hatte, habe ich diesen einmal kurz als Hintergrund zweckentfremdet.

Weißer Alpen-Mohn
Die Doppelbelichtung bringt die feine Zartheit der Mohnblüte noch mehr zur Geltung. Für Doppelbelichtungen ist das Stativ eigentlich unerlässlich. Und auch mit Stativ braucht es wahrscheinlich einige Versuche, bis dein Naturfoto so ist, wie es dir gefällt. Solche Experimente sind für mich die beste Entspannung.

Weißer Alpen-Mohn doppelt belichtet

Wenn du mit deinen Naturfotos nicht ganz zufrieden bist, dann nimm dir einmal richtig Zeit dafür. Wenn du mit der Natur, der Kamera und deinem Motiv alleine bist, kommt auch die Ruhe. Und dann heißt es einfach ausprobieren. Du wirst begeistert sein, wie viel besser deine Fotos sind, wenn du richtig bei der Sache bist.

 

Mohnblüte im Mohndorf

Wenn du richtig viele Mohnblumen fotografieren magst, solltest du ca. Anfang Juli einen Ausflug ins Waldviertel einplanen. Denn dort wächst der Waldviertler Graumohn, der weit über die Grenzen Niederösterreichs hinaus bekannt ist. Das heißt, es wird richtig viel Mohn in der Region angebaut. Und je nach Wetterlage blüht dieser ab Anfang Juli für ca. 2 – 3 Wochen. Dann bilden sich schon die Mohnkapseln – die sind zwar auch schöne Fotomotive – doch die Mohnblüte ist dann doch noch schöner.

Nachdem es vom Marchfeld nicht so weit ins Waldviertel ist, haben wir einen Halbtages-Ausflug ins Mohndorf Armschlag gemacht. Doch es zahlt sich bestimmt auch aus, eine Übernachtung einzuplanen. Denn die Mohnfelder sind bestimmt auch am Morgen oder Abends ein wunderschönes Fotomotiv. Das bestätigen auch die Fotonomaden in ihrem Beitrag zur Mohnblüte. Da findest du auch noch Tipps für deine Mohnfotos.

Waldviertel zur Mohnblüte
Die Mohnblumenfelder bringen Farbe in die schönen Landschaft des Waldviertels.

 

Schon der Weg zum Mohndorf ist eine Augenweide. Du fährst durch die leicht hügelige Landschaft in der sich Wald, Getreidefelder und riesige Mohnblütenfelder abwechseln. Dazwischen gibt es das eine oder andere Sonnenblumenfeld. Im Mohndorf angekommen haben wir uns erst einmal beim Mohnwirt gestärkt. Hier bekommst du den Waldviertler-Graumohn in den unterschiedlichsten Variationen. Eine köstlicher als die andere. Mein Highlight wären ja die Mohnnudeln. Aber nicht einmal die kleine Portion könnte ich verdrücken – also habe ich sie bei Robert gekostet (Männer stehen da ja drauf. :-))  – mmhhhh, sehr köstlich!

Frisch gestärkt, und bevor uns der Mohn mit seiner beruhigenden Wirkung in den Dämmerschlaf versetzte, machten wir uns auf den Weg zu den Mohnfeldern. Die meisten Felder sind hier nicht in klassischem Rot sondern in einer traumhaften Kombination aus Rosa, Pink, Weiß, Lila und Violett – also perfekt für die Mädchen unser unter uns.

Mohnblumenfeld
Hmmm – nicht so toll das Bild. Wenn du einfach nur so ins Feld hineinfotografierst, weiß das Auge nicht, woran es sich festhalten soll. Deshalb ist es meistens besser, du nimmst einen Teil aus der großen Menge heraus und fokussierst dich auf diesen.

 

Mohnblumenfeld
Auch die Mohnkapseln sind ein sehr schönes Motiv. Ich finde, sie sehen aus, wie tanzende Mohn-Prinzessinnen und Prinzen. Kannst du sie erkennen? Blättere durch die Galerie – ich stelle sie dir vor:

 

Mohnblüte im Waldviertel
Für die entzückende Vorstellung des Mohn-Balletts gibt es standing ovations vom Publikum. Dieses Foto habe ich mit dem Weitwinkel-Objektiv gemacht – auch eine Möglichkeit, die Perspektive zu wechseln. Allerdings muss ich zugeben, das Weitwinkel ist jetzt nicht mein bevorzugtes Objektiv – bis jetzt habe ich da noch keinen richtigen Zugang dazu gefunden.

 

Mohnblüte mit dem Makroobjektiv betrachtet

Seit unserer Reise nach Südafrika gehört das 80 – 400 mm Objektiv zu meinen Lieblingsobjektiven und ich bin begeistert von der Tierfotografie. Doch gleich danach kommt die Makrofotografie mit meinem Nikkor 105 mm (obwohl auch mit dem 80 – 400 mm ganz gute Makrofotos möglich sind). Der ganz große Vorteile eines Makroobjektivs ist, dass du so viel mehr siehst und das auch auf deinen Fotos zeigen kannst. Die Details der Staubblätter sind ein echter Hingucker. Und auch die Mohnkapsel schaut durch die Makrolinse sehr spannend aus. Außerdem wird der Hintergrund so richtig schön unscharf.

in der Mohnblüte
Mit dem Makroobjektiv lohnt sich ein Blick in die Mohnblüte.

 

Mohnkapsel von oben

Und was meinst du? Mohnblüte im Waldviertel ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Bring ein bisschen Zeit mit – nicht nur zum Fotografieren sondern auch um die Natur und das Essen zu genießen. Zum Abschluss habe ich jetzt noch ein paar Impressionen für dich.

Mohnblüte im Waldviertel, gezoomt
Mit einem Zoom-Objektiv kannst du während die Kamera das Bild aufnimmt in das Mohnfeld zoomen oder auch vom Mohnfeld rauszoomen. Wichtig ist dabei, dass die Kamera auf einem Stativ steht. Außerdem solltest du Zeit und Geduld mitbringen.

 

 

Und welche Mohnblüte gefällt dir am besten?

 

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