Wochenendtrip in den Nationalpark Bayerischer Wald

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Schon lange haben wir vor, die Wölfe und Luchse im Nationalpark Bayerischer Wald zu fotografieren. Ein Facebook-Post zu einem Fotoworkshop im bayrischen Nationalpark hat dieses Vorhaben wieder in Erinnerung gerufen. Robert war schon einmal dort und wie man Tiere fotografiert, wissen wir spätestens seit unserer Fotosafari. Und weil es mit Heidi & Erich in Südafrika so viel Spaß gemacht hat, haben wir die beiden gefragt, ob sie mit uns mitfahren wollen.

Am Freitag kurz nach 13:00 Uhr starteten wir ins Wochenende. Robert wollte sein neues Auto einfahren und wir ließen uns gerne von ihm chauffieren. Ich war schon echt gespannt. Für das Wochenende war es wirklich eisig kalt angesagt. Und eigentlich hasse ich Kälte. Doch wie heißt es so schön: es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Mal sehen, ob meine Kleidung richtig ist. Nach ziemlich genau 4 Stunden waren wir da.

 

Unterkunft im Moorhof

Zimmer hatte ich im Hotel Landhotel Moorhof gebucht. Das Hotel sieht auf der Website sehr freundlich aus und liegt sehr nahe am Eingang zum Nationalpark. Schon bei der Bestätigung unserer Buchung (Gruß Gott, Gerne reserviere ich ihnen zwei Zimmer zur gewünschten Zeit 😉 ) war ich etwas erstaunt. Bei der Ankunft stellte sich heraus, dass die bayerische Geselligkeit hier nicht Zuhause ist. Wir bekamen den Schlüssel für die Zimmer und eine strenge Frage, was wir denn zum Abendessen wollen. „Das müssen wir schon wissen!“

Wir bezogen unsere Zimmer, die groß genug, sauber und eigentlich ganz in Ordnung waren. Aber ganz anders als am Foto aussahen. Nur die Heizung war nicht eingeschalten – das bei Minus 10 Grad draußen! Das war das erste, was wir geändert haben. Heidi erzählte uns später, dass ihr das Zimmer überraschenderweise sehr gut gefallen hat und dass es angenehm warm war. Vielleicht wurde in unserem Zimmer nur vergessen, die Heizung aufzudrehen.

 

Beim Abendessen wurden wir doch noch so empfangen , wie wir uns das erwartet hatten: Der „Restaurantchef“ stellte sich vor und begrüßte uns freundlich. Das Essen war sehr gut und vor allem mehr als genug. Vor allem das vegetarische Menü – Kasnock’n – war etwas üppig für das Abendessen. Wir plauderten noch ein bisschen und genossen den Abend beim köstlichen Punsch.

Nachdem Robert zur goldenen Stunde (also um 6:30 Uhr!!!) im Nationalpark sein wollte, ging es bald ins Bett.

 

Tiere erleben im Nationalpark Bayerischer Wald

Mit ca. 5 Schichten bekleidet ging es um 6:30 Uhr los. Das Fotografenleben ist nicht immer ein Vergnügen 😯 . Ich fühlte mich wie das Michelin-Männchen und wirklich warm war mir trotzdem nicht. Nach nicht einmal 10 Minuten Fahrzeit waren wir da – auf einem riesigen Parkplatz. Offensichtlich ist da sonst mehr los. Heute waren wir fast alleine hier.

Im Nationalpark ging es ein bisschen bergauf – so wurde es gleich etwas wärmer. Unser Ziel waren erst einmal die Wölfe. Robert hat uns erzählt, dass dort auf der Aussichtsplattform immer sehr viel los war. Jeder Fotograf will schließlich einen guten Platz.

Nach ca. 15 Minuten waren wir beim riesigen Gehege der Wölfe. Alleine! Die Wölfe waren auch nicht zu sehen. Ein Nationalpark-Betreuer spazierte gerade vorbei und zeigte uns, wo sie sich versteckten.

Wolf

Offensichtlich waren die Wölfe erst beim Aufwachen. Es hat allerdings nicht lange gedauert und sie machten sich auf zur Morgenrunde. Ein Nationalpark-Auto hielt währenddessen auf der Plattform. Der Fahrer warf ein paar tote Hühnerkücken  😕 in das Gehege. Für die Wölfe waren das eher kleine Snacks. Im Nationalpark Bayerischer Wald findet die große Fütterung der Wölfe montags, mittwochs und freitags statt. Für die Fotos reichten die kleinen Kücken – sie lockten die Wölfe nahe zur Aussichtsplattform.

Nach dem Frühstück-Snack machten die Wölfe mit der Morgenbewegung weiter. Im Schnee konnten wir gut den Weg sehen, den die Wölfe offensichtlich regelmäßig marschierten. Insgesamt waren es 4 Wölfe – wer das Alpha-Tier war, war gut zu erkennen und auch wer nichts zu sagen hatte.

WolfNachdem sich die Wölfe wieder ins Dickicht zurückzogen, machten wir uns auf den Rückweg. Trotz Sonnenschein war mir eh schon wieder kalt. Am Weg zurück kamen wir bei den Luchsen vorbei. Drei Luchse saßen auf einem großen Stein und ließen sich gelangweilt von uns fotografieren.

Luchse

Mittlerweile war es allerdings eisig kalt und das Frühstück wartete auch auf uns. Nachdem ich meine zwei Männer (Heidi hat es vorgezogen, auszuschlafen) lange genug angeraunzt hatte, machten wir uns auf den Weg zurück.

 

Gefangen am Parkplatz Bayerischer Wald

Hier stellten wir fest, dass der Schranken zum Parkplatz plötzlich geschlossen war. Hmmm, was jetzt? Es gab zwar eine Hütte für das Parkplatzservice – aber da war niemand!! Eine Telefonnummer gab es zwar, doch leider keinen Empfang.

Jetzt war guter Rat teuer. Und Frühstück gibt es nur bis 10:00 Uhr!!! (Ohne Frühstück werde ich echt ungemütlich 😉 .) Ticket konnten wir keines ziehen, weil wir von der Kamera nicht als Auto erkannt wurden. Irgendwann hat es mit dem Empfang dann doch geklappt und Robert hat den Parkplatzwächter erreicht. Ein paar Minuten später war er da und gab Robert das Ticker zum Raus fahren.

Warum der Schranken nicht gleich in der Früh zu sein kann und diese komplizierte Ticketanforderung beim Parkservice notwendig ist, verstehe ich zwar nicht. Muss ich aber auch nicht.

am Morgen

Wir kamen noch rechtzeitig zum Frühstück. Und damit war meine Welt wieder in Ordnung 😛 . Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir eine Kreativpause. Mit Schlaf nachholen war leider nix: Im Moorhof wurde fleißig geklopft und gehämmert – am Wochenende! Das fand ich schon sehr störend. Es wäre zumindest freundlich gewesen, uns darauf hinzuweisen oder um Verständnis zu bitten. Aber wir wissen ja schon, Kommunikation gehört nicht zu den Vorteilen des Moorhofs.

 

Ein entspannter Spaziergang durch den Nationalpark

Um 13:00 Uhr ging es wieder raus. Die Sonne machte es ein wenig wärmer. Dieses Mal starteten wir die Runde von der anderen Seite. Vorbei am Auerhahn und einem Ententeich ging es zum Elchgehege.

Auerhahn

Die Elche war jedoch nicht zu sehen. Die Bären hatten auch keinen Bock auf uns. Die Wildkatze versteckte sich im Baumgipfel und riskierte gerade einmal ein Auge.

Wildkatze

Wir spazierten noch einmal zu den Wölfen, die gerade ihren Mittagsschlaf hielten. Also machten wir uns wieder auf den Weg zum Gehege der Luchse. Die saßen noch immer am gleichen Platz wie am Morgen. Nur das Licht war nicht mehr so goldig. Die Sonne hatte sich langsam verzogen und es wurde wieder kälter. Und es standen mehr Fotografen am Aussichtspunkt.

Luchse

Wir marschierten weiter zum unteren Aussichtspunkt, um die Luchse wenigstens aus einer anderen Perspektive zu fotografieren. Unsere Geduld wurde belohnt. Langsam erwachten die Luchse zum Leben. Sie spielten miteinander und kamen sogar zu unserem Aussichtspunkt (darunter befand sich offensichtlich ein Unterschlupf).

Mittlerweile war mir schon sehr kalt. In den Fingern ist es immer am schlimmsten. Dabei habe ich eh schon drei Paar Handschuhe übereinander an! Robert borgte mir seine megadicken Fäustlinge zum Aufwärmen. Die haben ein bisschen geholfen, aber wirklich aufgetaut sind meine Hände nicht mehr. Nachdem wir bereits sehr viele Fotos von den Luchsen hatten, ging es zurück zum Hotel.

Luchse

Das Zimmer war heute viel wärmer – vor allem nachdem wir tiefgekühlt angekommen sind. Außerdem blieb noch genug Zeit für eine warme Dusche. Falls du einmal hier Halt machst, es gibt auch eine Sauna im Hotel. Die vertrage ich allerdings nicht so gut.

Nach so viel frischer, kalter Luft schmeckte uns das Abendessen heute ganz besonders. Und der Punsch (bei uns würden wir es Glühwein nennen) taute die letzte gefrorene Zehe auf.

 

Eisiger Morgen

Natürlich mussten wir am Sonntag in der Früh noch einmal zu den Tieren. Wir hatten ja die Bären noch nicht gesehen! Den interessanten Parkplatz von gestern ersparten wir uns heute. Wir suchten uns einen, in der Nähe des Bärengeheges. Dort gab es einen Ticketautomat – so einfach geht’s auch!

Der Wetterbericht für heute stimmte leider: -13° Celsius waren das heute in der Früh. Beim Bärengehege war es windig – das fühlte sich gleich noch einmal um 10 Grad weniger an. Doch wir wurden für unsere Hartnäckigkeit belohnt!

Die Bären waren los – nur im Gehege. Mama, Papa und zwei Kinder. Die Kinder spielten gerade fröhlich miteinander. Papa flirtete mit Mama … Zum Fotografieren war es ein bisschen schwierig. Der Kontrast dunkler Bär, weißer Schnee war sehr groß und das Sonnenlicht würde noch eine Weile brauchen, bis es in den Bärengraben leuchtet.

 

Die meiste Zeit begnügten wir uns damit, den Bären beim Spielen zuzusehen und uns mit Hüpfen warm zu halten. Heute waren wir uns schnell einig, dass ein gemütliches Frühstück in der warmen Stube doch vorlockender ist, als auf das perfekte Bärenfoto zu warten.

Wir frühstückten in Ruhe und genossen den Sonnenschein der durch’s Fenster lachte. Anschließend packten wir unsere Sachen und bezahlten bei der wenig gesprächigen Dame des Hauses. Ein Danke oder gute Heimreise hätte uns echt überrascht 😉 .

Weil es so ein wunderschöner Wintertag war, fuhren wir die gemütliche Strecke über Oberösterreich und das Waldviertel nach Hause.

Zur Mittagszeit waren wir in Krems. Zwei von uns wollten sich da den ersten Ostermarkt ansehen. Die anderen beiden freuten sich darüber, dass dieser sehr überschaubar war. Alle waren begeistert von dem netten Lokal, das wir im Internet gefunden hatten: Im Wellenspiel war zwar wirklich viel los, doch wir hatten Glück und bekamen gleich einen Platz. Das Essen war ausgezeichnet und das Personal äußerst kompetent und freundlich. Schade war nur, dass wir noch nicht draußen sitzen konnten. Aber so haben wir gleich einen Plan für die Marillenblüte.

Am späten Nachmittag waren wir nach einem sehr eisigen aber schönen Wochenende wieder Zuhause. Und es blieb uns noch genug Zeit, die Fotos unseres Ausfluges zu sichten.

Fotospaziergang

 

Tipps für deinen Fotoausflug in den Nationalpark Bayerischer Wald

Hast du Lust bekommen, Wölfe und Luchse zu fotografieren? Dann kann ich dir einen Ausflug in den Nationalpark Bayerischer Wald echt empfehlen. Die Gehege sind so groß, dass du wirklich gute Fotos machen – ohne Gitter – machen kannst. Vielleicht helfen dir meine Tipps bei deiner Entscheidung:

  • Die Jahreszeit: Der Sommer ist sicher auch schön im Nationalpark. Und vielleicht gibt es ja das eine oder andere Jungtier. Doch wenn du Wölfe fotografieren willst, ist der Winter sicher die bessere Wahl: Die Tiere haben dann ein viel dichteres Fell. Der winterliche Hintergrund steht ihnen auch gut. Schnee ist natürlich zu bevorzugen, denn die braunen Wölfe vor dem vertrockneten Braun der Bäume könnte zu einem Suchbild werden.
  • Die Fotoausrüstung: Weniger ist mehr. wir haben eigentlich nur mit dem Teleobjektiv fotografiert (80 – 400 mm). Das war vollkommen ausreichend. Ein Stativ schadet nicht, aber ich habe es die meiste Zeit nur spazieren getragen. Ein Ersatzakku schadet sicher nicht und Speicherplatz solltest du auch genug vorrätig haben.
  • Die Bekleidung im Winter: Wenn es richtig kalt ist, sind viele Schichten optimal. Ob Schuhe oder Handschuhe – pack‘ dich gut ein. Die Sonne findet nur an manchen Stellen durch den Wald, das heißt du bist sehr viel im Schatten unterwegs. Da bleibt es auch an schönen Tagen sehr kalt.
  • Die Zeit vergeht rasend schnell mit Beobachten und Fotografieren der Tiere. Also Trinken und evtl. eine Kleinigkeit zu essen, schadet auf keinen Fall.
  • Zum Fotografieren ist die beste Zeit der Morgen und kurz vor Sonnenuntergang. Mittags sind die Kontraste viel zu hart. Am Morgen hast du den Vorteil, dass da noch viel weniger Leute unterwegs sind.
  • Auch wenn die Hausfrau nicht so gesprächig ist, wohnen lässt es sich im Moorhof trotzdem gut und das Essen passt auch. Außerdem du bist wirklich sehr schnell im Nationalpark.

Warst du schon im Nationalpark Bayerischer Wald? Wie hat es dir gefallen?

 

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2 Responses

  1. Barbara
    | Antworten

    Wow, das sind ja wirklich ganz tolle Fotos geworden. Ich wusste bisher gar nichts von diesem Reservat und jetzt hab ich echt Lust drauf, auch mal dorthin zu fahren! Ich würde aber nach dem Fotografieren vermutlich ganzen Tag in der Sauna sitzen 😉 .
    Lg Barbara

    • naturfreundin
      | Antworten

      Vielen Dank, liebe Barbara! Das Reservat kann ich wirklich empfehlen. Du kannst dich dort sicher einen Tag aufhalten, ohne dass dir langweilig wird – zumindest, wenn die Temperaturen wieder wärmer sind. Dann brauchst du nach dem Fotografieren auch keinen Saunatag :-).
      Liebe Grüße, Andrea

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