Lofoten – coole Motive und meine ersten Nordlichter

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Nachdem ich so schrecklich erfroren bin, verbringe ich meine Urlaube lieber in wärmeren Gefielden als auf den Lofoten. Nur dort sieht man meistens keine Nordlichter. Und die wollte ich unbedingt einmal live erleben!

Als die Workshopanbieter unseres Vertrauens – Heinz Hudelist und Robert Haasmann von der naturfotowerkstatt.at – einen Fototrip auf die Lofoten anboten, blieb uns fast keine andere Wahl.

An einem Freitagabend im Februar 2014 holten Heinz und Robert uns und die anderen Workshop Teilnehmer am Flughafen in Leknes ab. Mit einem kleinen Bus brachten sie uns zu unserer Unterkunft – sogenannte „Rorbu“ Hütten in Svolvaer. Nachdem die Fahrt dorthin einige Zeit gedauert hat, war nichts mehr mit Fotografieren.

 

Tag 1: Versorgung sichern und erster Fotoausflug

Nachdem den Tagesablauf der nächsten Tage das Wetter bestimmt, hieß es erst einmal, die Versorgung sicherzustellen. Am Vormittag fuhren wir Vorräte für die nächsten Tage kaufen. Und Mittags ging es dann endlich zum Fotografieren.

Wasser, Eis, Strand und Meer waren heute unsere Motive. Das Wetter war nicht schlecht, aber es war den ganzen Tag bewölkt. Leider auch in der Nacht – da war dann nichts mit Nordlichtern.

 

 

Tag 2: Sandbilder, Lofotengold, Eisgebilde und Sonnenuntergang

Am nächsten Tag waren wir schon um 10:00 Uhr bei der ersten Foto-Location. An diesem Strand gab es nicht nur ein paar hübsche Muscheln sondern vor allem faszinierende Sandbilder. Das Wasser wirbelt hier dunklen und hellen Sand durcheinander – so entstehen die spannendsten Muster. Ich hätte hier den ganzen Tag verbringen können.

Doch die Herren der Schöpfung – ich war wieder einmal die einzige Workshop Teilnehmerin – wollten weitere Landschaften fotografieren. Also ging es weiter nach Reine. Ein sehr idyllisches Städtchen am Meer, das vor der Gebirgskulisse ein schönes Fotomotiv abgibt. Wir erklommen sogar einen Berg – naja, ein Bergerl – um einen besseren Ausblick auf die Ortschaft zu haben. Mich faszinierten die gefrorene Blätter und Eismuster allerdings mehr.

Unsere Reise führte uns weiter zu einem Platz, an dem Stockfische zum Trocknen aufgehängt waren. Eine ganz neue Erfahrung – vor allem für die Nase!

 

Stockfisch – das Gold der Lofoten

Der Fischfang ist noch immer eine sehr wichtige Einnahmequelle auf den Lofoten. Für Stockfisch wird hauptsächlich Kabeljau, aber auch Seelachs oder Schellfisch getrocknet. Dem Fisch wird der Kopf abgeschnitten, damit die Körperflüssigkeit ausrinnen kann. Es werden immer zwei Fische am Schwanz zusammengebunden und zum Trocknen aufgehängt. Wichtig ist, dass die Fische sich nicht berühren, weil das zu unschönen Flecken führen kann. Die Tiere werden am Meer aufgehängt, weil das Wasser ein bisschen Wärme abgibt (unter Wärme verstehe ich etwas anderes) und der Fisch nicht gefrieren soll. Immer wieder sind wir an Trockenplätzen mit Unmengen von trocknendem Fisch vorbei gekommen.

Langsam ging der Tag zu Ende. Wir warteten noch irgendwo am Meer auf den Sonnenuntergang, der leider nicht so spannend wurde.

Es war richtig gut, wieder zurück zu unserer Hütte zu kommen. Den ganzen Tag draußen – das ist irgendwann frisch – trotz wirklich vieler Schichten. Nach einem köstlichen Abendessen und nettem Plauscherl war es so richtig gemütlich. Da meinten unsere Wetterpropheten Robert und Heinz, dass die Zeichen gut für Nordlichter stehen. Die Herren sind tatsächlich noch einmal ausgefahren. Ich habe gestreikt – mir ist gerade einmal warm geworden und müde war ich auch und ….

 

 

Tag 3: Seeadler im Trollfjord und meine ersten Nordlichter!

Eine Seefahrt die ist lustig – auch auf den Lofoten. Deshalb machten wir heute eine Rundfahrt mit dem Schiff. Nachdem es anfangs regnete, war es ganz schön frisch auf dem Schiff. Aber wir konnten uns jederzeit unter Deck aufwärmen. Meistens waren wir dann doch an Board, weil die Landschaft wirklich wunderschön ist. Besonders beeindruckt haben mich die Farben – weiß, blau, grau in den verschiedensten Abstufungen. Ab und zu ein Farbklecks – ein einsames Haus oder ein kleines Dorf.

 

Seeadlerfütterung

Irgendwo in der Mitte des Trollfjords wurden wir langsamer und die Crew kam mit einem Eimer Fischen an Board. Es hat nicht lange gedauert, da kam der erste Seeadler. Der Fisch wurde ins Wasser geworfen und der Seeadler hat ihn sich sofort geholt. Das entspricht dem Verhalten des Seeadlers, der eigentlich ein fauler Jäger ist. Nachdem ein toter Fisch untergehen würde, waren die Fische mit Luft aufgepumpt, damit sie länger auf der Oberfläche schwimmen. Wir hatten viele Gelegenheiten, die Seeadler zu fotografieren. Sie kamen sehr nah zum Boot. Einer holte sich den Fisch sogar aus der Hand des Crewmitglieds! Ein bisschen mühsam waren nur die Handy-Fotografen, die an den besten Plätzen standen. Aber sie haben natürlich genauso viel bezahlt wie wir 😉 . Einige gute Fotos sind uns dennoch gelungen, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

 

Lichtmalerei

Wieder zurück war erst einmal Pause angesagt. Unsere Wetterfrösche prophezeiten perfektes Nordlicht-Wetter!

Um 20:00 Uhr war Abfahrt – irgendwo weit weg von jeder Zivilisation sollten wir das magische Leuchten der Aurora borealis erleben. Wir stellten unsere Stative auf und bereiteten die Kamera vor. Jetzt konnte es eigentlich los gehen. Fehlte nur noch das Nordlicht! Naja, Geduld ist nicht gerade meine Stärke – schon gar nicht, wenn ich nachts in der Kälte stehe. Also bleibt nur mehr Beschäftigungstherapie. Lichtmalerei hat mich schon immer fasziniert. Es war dunkel, die Kamera richtig eingestellt – fehlte nur mehr das Licht. Unsere Stirnlampen waren perfekt dafür geeignet. Und Robert hatte auch gerade nichts besseres zu tun, als die Kamera zu bedienen, während ich mit der Stirnlampe meine Lichtmalerei-Versuche startete.

 

Meine ersten Nordlichter

In weiter Ferne sah ich dann ein erstes Leuchten – ein bisschen grün, ein bisschen lila und eigentlich sehr dezent. Das hatte ich mir eigentlich etwas beeindruckender vorgestellt. Es flimmerte noch etwas vor sich hin, bevor wir zu einem anderen Platz wechselten. Das war eine echt gute Idee. Zuerst konnte ich mich bei der Gelegenheit ein bisschen im Auto aufwärmen. Und wir sahen richtige Nordlichter. Noch viel besser, als ich sie mir vorgestellt hatte! Es ist einfach beeindruckend, wenn auf einmal grüne, lila und rote Lichter über dir am Himmel tanzen. Es gibt keine Worte, die das beschreiben können. Auch keine Fotos, die mir heute auch nicht wirklich gelungen sind. Bis 2:00 Uhr in der Früh fotografierten wir das beeindruckende Naturschauspiel.

 

Tag 4: Freier Vormittag, Sonnenuntergang und Aurora borealis!

Am Vormittag hatten wir heute frei. Es blieb also genug Zeit zum Ausschlafen. Nach einem gemütlichen Frühstück wurden die Fotos auf das Notebook gespielt und die schönsten Fotos ausgesucht. Am Nachmittag gab es eine Bildbesprechung! Ich liebe Bildbesprechungen. Es ist immer spannend: alle Teilnehmer haben am selben Platz fotografiert und jeder hat andere Fotos. Man kann sich sehr gut inspirieren lassen und bekommt praktische Tipps von den Workshopleitern und auch von den anderen Teilnehmern.

Am späteren Nachmittag fuhren wir zu einer neuen Location am Meer. Der Sonnenuntergang war wieder nicht perfekt. Aber das Wetter hat gepasst und versprach wieder schöne Nordlichter. Zum Abendessen gab es Pizza. Frisch gestärkt wurden wir zum ersten Foto-Platzerl gefahren. Offensichtlich eine sehr beliebte Location, denn da waren schon einige andere Fotografen vor Ort. Jetzt ist zwar auf den Lofoten bestimmt genügend Platz. Wenn sich allerdings ein paar Canon-Fotografen im Dunkeln verstecken, hat man auf seinen Nordlichtfotos immer wieder rote Pünktchen 😉 . Die Scheinwerfer der kommenden und fahrenden Fotografen waren auch etwas störend. Wir entschieden uns daher, wieder an unser Plätzchen vom Vortag zu fahren. Dort waren wir alleine. Und die Nordlichter lieferten uns ein sensationelles Lichtspiel.

Aurora Borealis bzw. Nordlichter entstehen durch Sonnenteilchen die in Erdnähe kommen und vom Magnetfeld der Erde eingefangen werden. Natürlich ist das ein wesentlich komplexerer Vorgang. Das können aber andere besser erklären. Mir hat die Erklärung von Helge Nylund in einem Interview mit Geolino am besten gefallen.

 

Tag 5: Noch eine kleine Abschiedsrunde und Heimflug

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Heute ging es schon wieder nach Hause 🙁 . Nachdem wir am Vormittag alles einpackten, blieb noch genug Zeit für einen Foto-Ausflug. Heute fotografierten wir Eis bzw. eisige Landschaft bevor uns Robert und Heinz wieder zurück zum Flughafen brachten. Es war eine wunderschöne Zeit mit viel Natur, Spaß und Kälte, die viel zu schnell vergangen ist.

 

Was du beim Fotografieren von Nordlichtern beachten solltest

Das wichtigste zuerst, damit dir die Freude am Fotografieren nicht vergeht: Zieh dich warm an! Es ist auf den Lofoten durch den warmen Golfstrom zwar nicht eisig kalt. Doch wenn man in der Nacht viele Stunden draußen verbringt und der Wind weht, kann es wirklich kalt werden. Mehrere Schichten übereinander halten Wind und Kälte wenigstens für einige Zeit ab. Handschuhe habe ich zwei oder drei Paar übereinander angezogen. Wobei es mit dem ersten Paar möglich sein sollte, die Kamera zu bedienen. Ganz wichtig sind die Schuhe. Ich hatte zwar Winterstiefel mit und immer zwei Paar Socken an, aber mit der Zeit war mir dennoch kalt in den Füßen.

Was das Fotografieren betrifft: Ohne Stativ geht gar nichts. Und es sollte auch wirklich stabil stehen bzw. fixiert sein. Am ersten Abend war ich so fasziniert von den Nordlichtern, dass ich immer versucht habe, sie alle einzufangen – das geht natürlich nicht. Die Zeit zum Fixieren der Kamera reicht dafür nicht und somit sind fast alle Bilder unscharf. Und wenn du glaubst, dass man bei einem Nordlicht nicht erkennen kann, dass es unscharf ist, bist du im Irrtum. Die Sterne verraten dich, aus ihnen werden nämlich lauter Beistriche oder große Punkte statt Pünktchen.

Am besten ist es also, wenn du dir ein schönes Plätzchen suchst, darauf die Kamera einstellst und wartest, bis das Nordlicht dort vorbei kommt. Das erfordert zwar ein bissl Geduld, funktioniert aber. Du brauchst dich so nur noch mit der Belichtungszeit spielen. Und eines darfst du nicht vergessen – kein Nordlicht gleicht dem anderen. Und selbst wenn die Landschaft immer die gleiche ist, jedes Foto hat seine ganz individuelle Atmosphäre.

Wenn du dich nicht mit den besten Plätzen, der richtigen Zeit und dem Herumfahren auseindersetzen willst, kann ich dir nur eine Reise mit der Naturfotowerkstatt empfehlen. Heinz und Robert machen die Reise zu einem entspannten Erlebnis, das echt Spaß macht. Auch wenn du, so wie ich, nicht unbedingt auf Kälte stehst.

 

 

 


naturfreundin

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