Naturfotografie in Namibia – Unsere Reise im Überblick

Naturfotografie in Namibia – Unsere Reise im Überblick

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Schon ein paar Wochen nachdem wir von unserer Südafrika Reise zurück waren, hat Robert eine Namibia Rundreise gebucht. Pepe – unsere Reiseagentur / -begleiterin in Südafrika – hatte einen Reiserücktritt und gefragt, ob wir vielleicht mitkommen wollen. Klar wollten wir! Los ging die Reise dann erst im Mai – also noch genug Zeit für Vorfreude.

Was nehme ich mit nach Namibia?

Diese Entscheidung fiel uns heuer viel leichter. Wir packten einfach nach unserer Packliste vom letzten Jahr und ließen einiges weg.

 

Tipps für dein Reisegepäck

Ausschlaggebend ist natürlich die Reisezeit. Im südafrikanischen Winter kann es morgens frisch sein, d.h. du wirst dich sicher wärmer anziehen, als im Sommer. Wir waren im Mai – also im südafrikanischen Herbst / Winter – unterwegs. Die Temperaturen lagen zwischen 25° und 30° Celsius. In der Früh war es nicht ganz so kühl wie im Okavangodelta. Meine warme Strumpfhose brauchte ich dieses Mal nur einmal – das war bei einer Nachtfahrt im Etosha Nationalpark.

In vielen Lodges gibt es bereits Wäscheservice. Das hat bis jetzt überall gut funktioniert. Die Kosten sind unterschiedlich, aber nicht wirklich hoch. Also schau, wo du deine Wäsche waschen lassen kannst und packe dementsprechend weniger ein. Wir waren 18 Tage unterwegs und hatten nur für 9 Tage Kleidung mit.

Zwiebellook ist die beste Option. Ob du in erster Linie wegen der Landschaft in Namibia bist oder doch lieber die Tiere beobachten möchtest – es heißt früh aufstehen. Sei es, um den Sonnenaufgang in den Dünen zu fotografieren oder die Tiere beim Wasserloch. Morgens ist es immer noch kühler. Sobald die Sonne am Horizont steht, wird es rasch warm. Da ist es gut, wenn du eine Schicht nach der anderen ablegen kannst.

Gutes Schuhwerk ist auf jeder Reise wichtig. Wenn du viel zu Fuß unterwegs bist, sind leichte Wanderschuhe eine gute Wahl. Legst du die meisten Strecken mit dem Auto zurück, reichen in den meisten Fällen gute Sportschuhe.

Meine Regenjacke hat dieses Mal ihren Zweck erfüllt. In Swakopmund hatten wir Regen! Das ist allerdings nicht die Norm. Angeblich war dort der letzte große Regen vor sieben Jahren. Eine winddichte Regenjacke schützt dich allerdings auch bei einer Fotosafari im offenen Jeep.

Wüste nach dem Regen
Wüste bei Swakopmund nach dem Regen. Eine der sehr seltenen Gelegenheiten für eine Regenjacke.

 

Fotoausrüstung für die Fotosafari

Zwei Kameras haben sich schon letztes Jahr bewährt. In Namibia hat sich das doppelt ausgezahlt. Bei einem Mix aus Landschafts- und Tierfotografie ersparst du dir das ständige Objektiv wechseln. Und du schonst deine Ausrüstung, weil du sie staubfreier hältst.

Nachdem wir hauptsächlich mit dem Auto unterwegs waren, musste ich beim Packen meiner Fototasche zwar die Handgepäckbegrenzung mit 8 kg einhalten, aber das Gewicht spielte keine vorrangige Rolle bei der Wahl der Fotoausrüstung. Das war meine Ausrüstung:

  • 1 Nikon D500
  • 1 Nikon D300
  • 80 – 400 mm Objektiv für die Tierfotografie
  • 105 mm Makro – mein Lieblingsobjektiv ist in Namibia öfter zum Einsatz gekommen, als letztes Jahr
  • 16 – 85 mm Objektiv, das war die meiste Zeit auf der D300
  • 12 – 24 mm Weitwinkel – das hatte ich kaum in Verwendung

Obwohl in den meisten Lodges auch europäische Anschlüsse waren, solltest du sicherheitshalber einen Adapterstecker dabeihaben. Ladegerät, ausreichend Speicherkarten und evtl. noch eine Möglichkeit für die Sicherung der Speicherkarten gehören zur Standardausrüstung.

John – einer unserer Mitreisenden –  hat sehr viele Aufnahmen mit seinem Iphone gemacht. Er hatte verschiedene Objektive dafür. Das hat den Vorteil, dass du als Beifahrer schon während der Fahrt deine Fotos fertig bearbeiten kannst und quasi zu Hause deine Bilder schon herzeigbar sind. Das geht natürlich auch. Für mich ist das keine Option. Ich habe noch lange Zeit etwas von unserer Reise, wenn ich meine Fotos in Lightroom aussortiere, benenne und nachbearbeite.

Dennoch weiß auch ich die Vorteile der Handyfotografie zu schätzen. Mit nichts geht ein Panorama-Foto so einfach. Und auch bei kurzen Videos hat das Handy seine Vorteile. Klar im Vorteil ist das Handyfoto, wenn du zwischendurch auf den Social Media Kanälen posten magst. Nur das Online stellen ist nicht immer so einfach – oft gibt es kein Internet.

Das Stativ ist standardmäßig auch dabei. Heuer habe ich es sogar einmal verwendet. Der Sternenhimmel in Südafrika ist einfach sensationell. Und Sterne fotografieren ohne Stativ – das geht leider gar nicht.

Wüste bei Swakopmund
Panorama mache ich ganz gerne mit dem Handy – da geht schneller und ich brauch nicht viel nachbearbeiten.

 

Impfungen

Für Namibia gibt es keine vorgeschriebenen Impfungen, die Impfungen des österreichischen Impfplans sind ausreichend. Malariaprophylaxe wird empfohlen. Die haben wir auch genommen, weil wir sie beide gut vertragen haben. Sie reicht für den Etoscha Nationalpark. Wie wir von Pepe erfahren haben, kann die Malariaprophylaxe zu intensiveren Träumen führen. Nachdem ich sowieso das ganze Jahr sehr kreative Träume habe, macht das bei mir keinen Unterschied.

 

Visa

Für die Einreise nach Südafrika brauchst du kein Visum, wenn du aus Österreich kommst. Im Flieger bekommst du ein Einreiseformular, das du ausgefüllt bei der Passkontrolle abgibst. Bei der Einreise wird ein Foto von dir gemacht. Schau nach dem Schalter für die Einreise ohne Visumpflicht. Normalerweise stehen da weniger Leute.

 

Währung / Bezahlung

Die Währung in Namibia ist der Südafrikanische Rand. VISA und Mastercard funktionieren auch gut bzw. kannst du auch am Bankomat Geld abheben.

 

Anreise nach Windhoek

Am 13. Mai war es endlich soweit. Mit Swiss Air flogen wir von Wien über Zürich nach Johannesburg und dann weiter nach Windhoek.

Angenehm war die Flugzeit. Nachdem wir erst nach 22:00 Uhr von Johannesburg abflogen konnten wir zumindest einen Teil des Fluges schlafen. Wir hatten die Sitze mit extra Beinfreiheit gebucht. Da kannst du dich richtig ausstrecken. Doch die Sitze sind sehr eng, weil der Bildschirm in der Armlehne eingebaut ist. Es gibt also nicht viel Bewegungsfreiheit im Sitz. Bei 10 Stunden Flug ist das auch kein Vergnügen. Aber die Zeit verging erstaunlich schnell und in Johannesburg hatten wir ausreichend Zeit bis zum Anschlussflug, ohne lange warten zu müssen.

Schon am Flughafen merkst du, dass du in einer anderen Welt angekommen bist. Während wir am Flughafen Schwechat bei der Abfertigung von der äußerst unwilligen Beamtin beim Zoll angeknurrt wurden, tanzten und lachten die Mitarbeiter in Johannesburg am Check in: Gleiche Arbeit – weniger Geld – mehr Spaß – das haben wir während unserer Reise öfter erlebt.

Im Vergleich zu Johannesburg ist der Flughafen in Windhoek relativ überschaubar. Rasch hatten wir unser und freuten uns schon auf Pepe, die bereits auf uns wartete. Nach ziemlich genau einem Jahr war die Wiedersehensfreude sehr groß. Mit ihr wartete einer unserer beiden Mitfahrer: John, Amerikaner, älteres Semester mit Rollator (die restliche Reise reichte John ein Stock zum Gehen – die Reise war dennoch nicht immer ganz einfach für ihn), sehr freundlich.

Unser zweiter Mitfahrer, Jerry – ebenfalls Amerikaner, älteres Semester, sehr freundlich – trafen wir erst später. Die ersten Tage waren wir also zu viert unterwegs: Pepe, John, Robert und ich.

 

Reiseverlauf

Wir wollten so viel wie möglich von Namibia sehen und unbedingt wieder nach Botswana! Daher endete unsere Reise dort, wo unsere letzte angefangen hat: im Chobe Nationalpark

Folgende Stationen standen auf unserem Programm:

  • Windhoek
  • Sesriem, 2 Tage
  • Solitaire, 1 Tag
  • Swakopmund, 2 Tage
  • Damaraland, 2 Tage
  • Okonjima Game Reserve, 2 Tage
  • Etosha Nationalpark, 4 Tage
  • Mahango Game Reserve, 1 Tag
  • Mudumu Nationalpark, 1 Tag
  • Kasane, 2 Tage
Walvis Bay, Namibia
Am Weg von Swakopmund nach Damaraland machten wir Halt in Walvis Bay. Tausende von Seelöwen sind hier zu Hause.

 

Okonjima Game Reserve

Okonjima Game Reserve – Sonnenuntergang von der Lodge-Terrasse

 

Mit dem Auto unterwegs

Als uns Pepe vom Flughafen abholte, hatte sie DREI Reservereifen im Auto. Das ließ uns doch ein bisschen schmunzeln. Wir wissen, dass Pepe auf alle Eventualitäten vorbereitet sein mag, aber drei Reservereifen – das hielten wir für etwas übertrieben.

Im Nachhinein betrachtet, kann ich Pepe verstehen. Die Straßen waren richtig grottenschlecht. Für manche Strecken haben wir viel länger gebraucht, weil es auf der holprigen Piste wirklich nicht gut zu fahren war.

Pepe hat auf den Steinpisten immer etwas Luft aus den Reifen gelassen, damit sie ein bisschen besser mit den steinigen Verhältnissen zurechtkamen. Und dennoch, am ersten Tag hatten wir einen platten Reifen! Es blieb unser einziger ‚Patschen‘, doch wir haben unterwegs unzählige kaputte Reifen gesehen. Traurig, dass die Leute diese einfach so liegen lassen, doch es ist vielleicht ein bisschen Warnung für die Raser. Denn die gibt es natürlich auch. Vor allem mit den großen Allrad-Fahrzeugen glauben die Touristen, es kann ihnen nichts passieren. Dem ist leider nicht so. Einmal sahen wir am Straßenrand auch einen Jeep am Kopf liegen. Den Insassen ist glücklicherweise nichts passiert. Also gib ein bisschen acht beim Fahren.

Wenn du Glück hast, bist du genau dann in Südafrika, wenn die Straßen gerade wieder einmal begradigt wurden. Pepe hat uns erzählt, dass das normalerweise einmal im Jahr gemacht wurde und auch reichte. Doch nachdem es in vielen Ländern für Touristen zu gefährlich wird, gibt es in Namibia einen richtigen Tourismus Boom. Für diesen sind allerdings die Straße nicht gebaut.

Wichtig ist bei deiner Reiseplanung, dass du deine Route so planst, dass du mit deinem Tank auskommst. Es gibt nicht sehr viele Tankstellen auf den endlos langen Straßen. Oft siehst du kilometerweit nichts als Landschaft. Also nütze jede Gelegenheit zum Tanken und überprüfe den Druck in deinen Reifen.

Auto Pepe
Dieses treue Gefährt brachte uns vom Flughafen Windhoek bis nach Kasane. Ein ganz herzliches Dankeschön an Pepe – unsere umsichtige Reiseleiterin, Chauffeurin und Freundin.

 

Reisezeit / Wetter

Von Mai bis Dezember ist in Namibia Trockenzeit. Da stehen die Chancen gut, Tiere an den Wasserlöchern beobachten zu können. Mich persönlich würde ja auch einmal die Regenzeit in Namibia interessieren. Es ist bestimmt schön, wenn die Wüste „lebt“. Aber dann ist es auch richtig heiß und das ist zum Reisen nicht so angenehm.

Von Mai bis September ist in Namibia Winter. Da ist es in der Früh etwas frischer. Wir fanden die Temperaturen im Mai mit ca. 25 – 28 Grad ganz angenehm.  Ab Oktober wird es dann richtig warm. Hauptsaison ist von Juni / Juli – Oktober.

 

Essen

Egal wo wir waren – das Essen war überall köstlich! Standardmäßig wird sehr viel Fleisch angeboten – oft natürlich Wild. Dieses wird gegrillt / gebraten und mit Gemüse angerichtet. Doch auch als Vegetarier musst du nicht verhungern. Entweder habe ich die Beilagen bekommen oder speziell zubereitete Gemüsegerichte.

 

Tierwelt

Die Tierwelt in Namibia ist faszinierend. Wir haben noch mehr unterschiedliche Tiere gesehen, als bei unserer Reise im letzten Jahr. Wenn du die Big Five sehen willst, hast du in Namibia echt gute Chancen. Es kann nur sein, dass du nicht nah genug bist, für ein perfektes Foto. Den Raubkatzen kamen wir in Phinda definitiv näher. Weil wir mehr Vögel und Eidechsen gesehen haben. Und wir sahen mehr Tierherden – die hatten wir in Botswana / Südafrika nicht erlebt.

Löwe hautnah
In Südafrika hat uns der männliche Löwe „gefehlt“. In Namibia haben wir ihn hautnah erlebt. Einmal in Okonjima Game Reserve und dann noch einmal im Etosha Nationalpark – direkt neben der Straße.

 

Namibgecko
Der kleine Namibgecko war für mich eines der Highlights in Namibia. Gesehen haben wir ihn bei der Living Desert Tour.

 

Reisetipps

Durch die endlosen Weiten von Namibia bist du oft stundenlang unterwegs, ohne ein Dorf zu sehen. Wasser und auch etwas zu Essen solltest du alles immer dabeihaben. Ein Reservereifen gehört zur Standardausrüstung. Auch wenn du vorsichtig fährst, kann es passieren, dass ein Reifen kaputt geht. Plane deine Tagesstrecken nicht zu großzügig. Du bist auf den holprigen Straßen langsamer unterwegs, als in Europa. Und das stundenlange Hoppeln über die Schotterstraßen kann schon manchmal etwas mühsam sein.

Die Leute, die wir getroffen haben, waren alles sehr freundlich. Es gab keinen Moment, in dem ich mich unsicher gefühlt habt. Dennoch solltest du ein bisschen auf deine Sicherheit achten und vor allem keine Wertgegenstände im Auto zurücklassen. Und vor allem in den Städten solltest du dich erkundigen, wo du am Abend besser nicht alleine hingehst.

Je weniger du mitnimmst, umso weniger musst du regelmäßig ein- und auspacken. Schon bei der Reiseplanung kannst du schauen, wo du deine Wäsche waschen lassen kannst. Das funktioniert wirklich gut.

Wenn du zwei Kameras hast, nimm sie beide mit. Namibia eignet sich perfekt für Landschafts- und Tierfotografie. Wenn du da nicht ständig Objektiv wechseln muss, freut sich deine Kamera. Und du bekommst keinen Stress – erfahrungsgemäß hat man ja immer das falsche Objektiv auf der Kamera.

Der Internet-Empfang war in den meisten Lodges eher schlecht. Also sag deinen Lieben schon im Vorfeld, sie sollen sich keine Sorgen machen, wenn sie ein paar Tage von dir nichts hören.

 

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