Asiatische Marienkäfer setzen sich durch

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Asiatische Marienkäfer sehen unseren „Glückskäfern“ sehr ähnlich. Aber sie haben ganz unterschiedliche Farben und Punkte. Aufgrund der Farbenpracht werden sie auch Harlekin-Marienkäfer genannt. Früher dachte ich, dass es sich um Varitionen des einheimischen Marienkäfers handelt.

Vom asiatischen Marienkäfer erzählte mir das erste Mal Franz Kovacs. Er war einer der Workshopleiter eines Foto Workshops im Nationalpark Donauauen.

 

So kam der Asiatische Marienkäfer zu uns

Ursprünglich wurde der „Asiate“ zur Schädlingsbekämpfung nach Europa gebracht. Weil er leicht die 5fache Menge an Blattläusen frisst. Das können 100 bis 270 Blattläuse pro Tag sein! Allerdings stellte sich heraus, dass nicht nur Blattläuse auf seinem Speiseplan stehen. Auch vor den Larven der einheimischen Marienkäfer macht der große Vielfraß nicht halt.

Wenn der Asiatische Marienkäfer gerade nicht frisst, sorgt er für Nachwuchs. So zeugt er bis zu drei Generationen im Jahr. Während sich die „Europäer“ im Normalfall mit einer Generation begnügen. Und noch eines hat der Harlekin voraus: Anders als unsere Marienkäfer ist er resistent gegen viele Bakterien und Parasiten.

 

Auf den Fotos siehst du Zaunrüben-Marienkäfer. Sie kommen in Mitteleuropa nur in wärmeren Gebieten vor. Zaunrüben-Marienkäfer ernähren sich ausschließlich von Pflanzen.

 

Der Asiatische Marienkäfer und sein Familienleben

Familienleben ist wohl nicht der richtige Ausdruck. Das Weibchen legt Eier auf eine Pflanze mit Blattläusen. Die Larven schlüpfen nach ca. drei bis fünf Tagen. Sofort beginnt das große Fressen, bis zu 1.200 Läuse in zwei Wochen! Dann beginnt die Verpuppung. Circa sechs Tage später schlüpft der Asiatische Marienkäfer.

 

Optisch kann man die Marienkäfer am besten an der Zeichnung auf dem Schild unterscheiden. Asiatische Marienkäfer haben ein „M“ oder „W“ auf dem Schild, je nachdem von welcher Seite du es siehst. 🙂 Ich finde, mit etwas Fantasie kann man ein Herzchen am Flügelansatz der europäischen Marienkäfer sehen.

 

Der Asiate setzt sich durch

Einerseits ist die höhere Resistenz der „Einwanderer“ gegen Bakterien und Parasiten eine Gefahr für unsere Glückskäfer. Sie haben einfach die größeren Überlebenschancen. Andererseits vermehren sich Asiatischen Marienkäfer drei Mal so schnell. Dadurch ist z. B. in Amerika der Asiatische Marienkäfer viel häufiger zu finden als der dort einheimische Marienkäfer.

 

Speziell kurz vor dem Wintereinbruch hast du bestimmt schon viele Asiatische Marienkäfer gesehen. Da suchen sie bei den Häusern Unterschlupf. Bei uns überwintern sie gerne zwischen den Rollläden. Doch keine Angst, sie schädigen nicht die Fassade!


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