Fasten in Pernegg – Auszeit für Körper, Geist und Seele im Kloster

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Um mir meine Frohnatur zu erhalten, nehme ich mir einmal im Jahr eine Woche Auszeit und fahre ins Kloster Pernegg zum Fasten. Das erste Mal war ich alleine dort. Doch nachdem Robert gesehen hat, wie gut mir das getan hat, fahren wir mittlerweile gemeinsam. Damit du eine ungefähre Vorstellung einer Fastenwoche hast, hier eine kurze Zusammenfassung:

In Pernegg werden verschiedene Themen rund ums Fasten angeboten. Wir hatten heuer den Kurs „Klosterfasten nach Buchinger“ mit Evelyne Schneider gebucht.

 

Tag 1

Anreise ist samstags bis 17:00 Uhr. Schon bei der Einfahrt in den Hof fällt der Stress ab und wir kommen in den Relax-Modus. Zu unserer großen Freude war unser Zimmer im „alten“ Haus. Die alten Gemäuer passen irgendwie besser zur Fastenstimmung. Die Zimmer sind schön groß und sehr hell – so richtig zum Wohl fühlen. Nur das Badezimmer könnte etwas größer sein. Vor allem die Dusche ist sehr eng für einen Fastenaufenthalt mit Körperbürsten und Wechselduschen.

Um 17:00 Uhr starteten wir mit der Kennenlernrunde im Gruppenraum. Insgesamt waren wir 19 Fastenwillige – wie sich im Laufe der Woche herausstellte, wieder eine sehr angenehme, harmonische Gruppe. Nahezu jede Altersgruppe war vertreten. Die meisten wollten – wie wir – eine Auszeit vom stressigen Alltag.  Ein paar Kilo weniger sind ein positiver Nebeneffekt.

Um 18:30 Uhr gab es Abendessen: Köstliches Gemüse & Kartoffeln im sehr schönen Raum Rosalia. Hier war früher der Gruppenraum, das hat mir persönlich besser gefallen.

Nach dem Essen gab es für die Erstfaster eine Hausführung und ganz wichtig: Die Massagetermine konnten eingetragen werden. Hier heißt es schnell sein, um sich einen Termin für die bevorzugte Massage bzw. den Lieblingsmasseur zu reservieren. Angeboten werden von der klassischen Massage bis zu Cranio Sacrale viele Varianten.

Nachdem wir unsere Termine gesichert hatten, war der erste Tag auch schon vorbei. Jetzt hieß es ab ins Zimmer und so richtig gemütlich machen. Ohne Fernseher und Radio – versteht sich! Ein ganzer Stapel Bücher und Zeitschriften, für die uns Zuhause die Zeit fehlt, werden uns die nächste Woche unterhalten.

 

Die meisten dieser Fotos stammen nicht von unserem Winteraufenthalt in Pernegg 🙂 . Besonders inspirierend ist der Innenhof mit verschiedenen Sprüchen und Lebensweisheiten.

 

Tag 2

Wir starten um 9:30 Uhr (eine sehr angenehme Uhrzeit für Sonntag) mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag. Das Frühstücksbuffet bestand aus dem berühmten Pernegger Müsli: Trockenfrüchten und Leinsamen, Haferflocken, Hirse und Obst (zum Rezept). Der Verdauungsspaziergang war eine Erkundungsrunde der verschiedenen Wege rund um das Kloster. Neben dem Weg der Stille – ein Rundwanderweg mit sehr netten, besinnlichen Stopps – gibt es hier viele Möglichkeiten die Natur zu genießen.

Nach der Rückkehr ins Kloster war das Mittagessen fertig: Heute stand Gemüse auf dem Speiseplan. Nach so viel Anstrengung hatten wir uns einen entspannenden Nachmittag verdient. Ein Teil der Gruppe bevorzugte am Nachmittag Bewegung. Bei uns beschränkte sich diese auf das Umblättern der Buchseiten – wir haben es sehr genossen.

Um 18:00 Uhr traf die Gruppe wieder zum Abendessen zusammen. Wir ließen uns die erste Suppe – heute noch mit Gemüseeinlage! – schmecken.

Im Anschluss an das Abendessen gab es eine Gesprächsrunde. Die gibt es jeden Tag. Da kann man sich austauschen. Wie ist es einem ergangen, wie fühlt man sich, welche Fragen stellen sich … Neben dem Austausch gibt es meist noch einen Informationsteil. Heute stand das morgige Glaubern im Mittelpunkt. Ich kann’s schon kaum erwarten *gggrrr*.

 

Tag 3 Jetzt beginnt das Fasten

Um 8:30 trafen wir uns zur Glauberparty. Damit man das Glaubersalz so richtig genießen kann, gibt es gleich 3 Gläser!!!! davon. Und die muss man langsam trinken. Viele sagen, das Pernegger Glaubersalz ist neutral – ich persönlich finde es einfach grauslich. Für mich ist Glaubern der schlimmste Teil der ganzen Woche. Als Unterhaltungsprogramm gab es eine Einlauf-Demonstration 😉 von Evelyne. Der Rest des Vormittags stand unter dem Motto „Los lassen“ – heute verbrachten vermutlich alle die Zeit am Zimmer.

12:30 Uhr ist Zeit für das Mittagessen – entsprechend Buchinger Fasten bestand dieses für die nächsten Tage aus einem ¼ Liter Obst- / Gemüsesaft. Meistens dabei sind Bananen, Äpfel und Orangen – zwei Gemüsesorten wechselten täglich. Damit man den Saft länger genießen kann, wird dieser mit einem Joghurtlöffel genossen. Für viele ungewohnt ist, dass man beim Essen nicht sprechen soll. Einfach um wieder zu lernen, sich auf den Genuss und seinen Körper zu konzentrieren. Nachdem ich im Büro oft nebenbei esse, ist das für mich immer etwas Besonderes. Jedes Mal nehme ich mir vor, Zuhause bewusster zu essen – eine Zeitlang funktioniert das auch.

Für den Rest der Woche gibt es einen Fixpunkt nach dem Mittagessen: den Leberwickel. Eine sehr angenehme Erfindung, die der Leber beim Entgiften hilft: Man braucht ein kleines Handtuch (gibt es am Zimmer), einen Thermophor und ein normales Handtuch. Das kleine Handtuch wird mit warmem Wasser feucht gemacht und auf die Leber gelegt. Darüber kommt der in das normale Handtuch gewickelte, mit warmem Wasser gefüllte Thermophor. Das lässt man  mindestens zwanzig Minuten wirken. Man kann echt gut dabei einschlafen.

Die heutige Nachmittagswanderung haben wir ausgelassen, weil Massage am Programm stand. Echt stressig, so ein Tag beim Fasten. Um 18:00 Uhr trafen wir uns zum Abendessen. Klare Gemüsesuppe, die gibt es auch für die nächsten Tage. Wer etwas zum Beißen braucht, kann sich diese mit Schnittlauch, Kresse und Petersilie aufpeppen.

Die heutige Feedbackrunde zum Glaubern war sehr amüsant. Interessanten Input bekamen wir  zu unserem Säure- / Basenhaushalt.

 

Tag 4

Vor dem Frühstück brachten immer ein paar Bewegungseinheiten unseren Kreislauf in Schwung. Im Saal Augustinus gibt es alles, was man dafür braucht – Yogamatten und Decken (bei Evelyne braucht man diese leider nur zum darauf Sitzen 😉 ). Verschiedene Qi Gong / Yoga Übungen machten uns schnell wach.

Mit Frühstücksbuffet war heute leider nix. Jetzt gibt es nur mehr Tee! Nach dem Glaubern hat man allerdings keinen Hunger mehr – also kein Problem!

Plan für heute wäre ein Besuch der Perlmuttschleiferei gewesen, mit anschließender Wanderung im Nationalpark Thayatal. Leider spielte das Wetter nicht mit. Das kommt in Pernegg öfter einmal vor. Deshalb empfiehlt es sich auf jeden Fall immer warme, wind- und regendichte Bekleidung mitzubringen. Wir machten stattdessen einen Spaziergang in der Nähe des Klosters. Anschließend folgten unsere täglichen Fixpunkte: Mittagssaft und Leberwickel. Der Nachmittag war zur freien Verfügung.

Mein ursprünglicher Plan wäre ja gewesen, an meinem Blog zu arbeiten. Doch der Internetempfang am Zimmer war sehr schlecht bis nicht vorhanden. Außerdem hatte ich gar keine Lust auf technische Geräte wie Handy und Tablet. Ansonsten sind diese nicht aus meinem Alltag wegzudenken.

Nach der Gemüsesuppe ging es in der heutigen Gesprächsrunde um den Stilletag. Es ist üblich, dass man während einer Fastenwoche einen Tag lang nicht miteinander spricht. Also eigentlich Fasten von allen Informationen und Ablenkungen.

Zu zweit funktioniert das mit dem Stilletag leider nicht – vermutlich bin ich nicht ernsthaft genug dafür. Als ich das erste Mal zum Fasten war, habe ich den Stilletag natürlich mitgemacht. Das ist schon eine ganz besondere Erfahrung: ein ganzer Tag mit sich alleine – ohne Ablenkung aus Radio, Fernsehen oder Internet. Das ist eine gute Gelegenheit, sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen und selbst zu reflektieren – was läuft gut, was weniger, was kann man verbessern …

 

Gleich vom Kloster weg führt der Weg der Stille. Wenn du mal da bist, solltest du den unbedingt gehen. Das ist aber nur ein Weg durch die wunderschöne, entspannende Landschaft rund um das Kloster.

 

Tag 5 Stilletag

In der Früh trafen wir uns noch zu den Morgenübungen, bevor nach dem Frühstück der Stilletag begann.

Robert und ich nutzten den Tag, um nach Schrems zu den berühmten Waldviertler Schuhen zu fahren. Nächster Stopp war dann Gmünd. Hier machten wir einen kleinen Bummel durch die City bevor wir wieder zum Kloster zurückfuhren.

Nach dem Leberwickel machten wir einen Spaziergang. Dem Stilletag entsprechend haben wir dabei unser gemeinsames Leben ein bisschen reflektiert. Von Zeit zu Zeit tut das auch in einer Beziehung ganz gut.

Um 18:00 Uhr holten wir uns unser Abendsüppchen – mit dem Stilletag war da nichts mehr 😉 .

 

Tag 6

Heute nach dem Morgensport mit anschließendem Frühstück machten wir noch einen Spaziergang. Der Leberwickel nach dem Mittagssaft ging sich gerade noch aus, aber dann musste ich zur Massage.

Heute war ich bei Anita Zach zur Cranio Sacrale. Wenn man in Pernegg ist, sollte man das unbedingt einmal machen. Ich kann nicht beschreiben, was Anita genau macht.  Aber wenn sie damit fertig ist, ist man einfach ein anderer Mensch und so manches Weh Wehchen hat sich in Luft aufgelöst .

Unglaublich, heute gab es schon das letzte Süppchen. Morgen stand Fastenbrechen am Programm. Vorher hatte Evelyne noch ausführliche Ernährungstipps für uns.

 

Tag 7 Fasten brechen

Heute Nacht hat es geschneit – alles weiß! Und zum zweiten Mal in dieser Woche hat die Sonne vom Himmel gelacht. Wir nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang und auch der Fotoapparat kam zum Einsatz. So hatten wir diesen wenigstens nicht umsonst mitgenommen.

Um 12:30 Uhr erwartete uns ein Bratapfel! Das Fasten brechen ist immer ein sehr schönes Ritual und die Küchenfeen decken den Tisch immer wunderschön. Nach einem halben Apfel war ich satt und freute mich auf den Leberwickel.

Heute wartete noch ein weiterer spannender Programmpunkt auf uns: Einkaufen bei den Biobauern! Zuerst geht es immer zu Frau Spitaler. Sie ist Demeterbäuerin und bei ihr gibt es alles rund um das gesunde Korn, Käse, Marmelade, Brot und die äußerst beliebten Müsliriegel. Anschließend geht es weiter zur Lammbäuerin. Lamm ist jetzt nicht wirklich meins, aber bei Frau Nendwich gibt es sehr gute Hanföle, Hanfnüsse und köstliche Aufstriche. Alles dürfen wir natürlich nicht gleich essen, aber wir frieren manches ein und manches hält sich ja ein Weilchen.

Zum Abendessen gab es heute wieder Gemüse und Bratkartoffeln. Ich finde es immer wieder schade, wenn die Fastentage vorbei sind. Auch heuer war ich irgendwie noch nicht richtig bereit. Vielleicht probier‘ ich es nächstes Jahr zwei Tage länger. D.h. allerdings, ich muss früher anfangen. Denn aufhören möchte ich doch gerne mit Robert – ist essenstechnisch einfacher 🙂

Bei unserer letzten Gesprächsrunde drehte sich alles um die Aufbautage und was man dabei beachten sollte.

 

Die Schneeglöckchen stammen von der Wiese beim Kloster. Gut, dass ich den Fotoapparat mit hatte!

 

Tag 8 Heimfahrt

Unser Tag begann heute bereits um 7:30 Uhr mit dem köstlichen Pernegger Müsli – leider der letzte Programmpunkt beim Fasten. Anschließend hieß es Abschied nehmen und ab nach Hause.

Unterwegs wird noch immer eingekauft – hauptsächlich Obst und Gemüse. Normalerweise kaufen wir dieses am Markt in Gars. Heuer fuhren wir auf den Kremser Wochenmarkt. Es ist unglaublich, wie köstlich und günstig hier die Produkte sind.

Um die Mittagszeit waren wir wieder Zuhause. Eine Woche Fasten ist wieder viel zu schnell vergangen. Mal sehen, was wir heuer für unseren Alltag mitgenommen haben. Letztes Jahr hörten wir auf, in der Früh Kaffee zu trinken und starten daher bereits seit einem Jahr mit Tee in den Tag  – das funktioniert auch!

 

Klosterfasten nach Buchinger ganz einfach

Hört sich ja alles nicht so schlimm an – oder? Ich kann dir nur empfehlen, das einfach einmal auszuprobieren.

Abgesehen davon, dass es dem Körper gut tut, ist so ein jährliches Set up auch sehr gut für Geist und Seele. Man kann sich einfach einmal zurücklehnen und sich bewusst werden, wie gut es einem geht. Im Alltag vergisst man das manchmal und die Wertigkeiten verschieben sich in die falsche Richtung.

 

Die Vorbereitung

Wenn du dich zu einer Fastenwoche entschließt, solltest du dich schon vorher etwas darauf vorbereiten. Manche gehen ja noch ordentlich essen, bevor sie zum Fasten fahren. Einfacher ist es bestimmt, sich auf die Fastenwoche einzustimmen.

Wir beginnen damit schon immer eine Woche vorher: Keinen Kaffee, keinen Zucker und kaum Fleisch. Das macht das Fasten einfacher und zeigt positive Ergebnisse auf der Waage. Kleine Vorwarnung für die Kaffeetrinker unter euch: Eventuelle Kopfschmerzen sind auf den Kaffee-Entzug zurückzuführen. Viel Trinken – vor allem Wasser und Kräutertee – hilft. Spätestens nach dem Glaubern sind alle Beschwerden weg.

Durch die Vorbereitungswoche wird die Fastenzeit intensiver. Nicht nur der Körper, auch der Geist bereitet sich auf die Auszeit vor.

 

Tipps für die Fastenwoche

Nutze die Fastenwoche nicht nur als Auszeit vom Essen. Schalte Handy & Tablet aus! Nachdem die Onlinewelt zu meinem Berufsalltag gehört, habe ich beides versucht. Kein Vergleich! Du hast viel mehr vom Fasten, wenn du deinen Alltag zuhause lässt. Und keine Sorge – die Welt dreht sich trotzdem weiter. Es ist ja schließlich nur eine Woche!

 

Fasten ist wie ein Reset für deinen Körper. Mach auch einen Neustart für deinen Alltag daraus!

 

Das Leben nach der Fastenwoche

Fasten ist nicht nur eine Auszeit sondern auch Umdenken. Du lernst während einer Pernegger Fastenwoche sehr viel über Ernährung und wie du deinen Körper damit stärken oder schwächen kannst. Nimm das für dich mit in den Alltag. Gewöhne deinen Körper langsam wieder an feste Nahrung. Je langsamer du wieder zu deinen früheren Ernährungsgewohnheiten zurück kehrst, umso länger bleibt dir der Fastenerfolg erhalten. Manches wurde für uns zum Alltag: Wir essen kaum noch Weizen, Kaffee zum Frühstück haben wir mittlerweile durch grünen bzw. schwarzen Tee ersetzt, die Pausen zwischen Abendessen und Frühstück wurden mit jedem Fasten länger ….

 

Überzeug dich selbst! Und wenn du es tust – lass mich wissen, wie es dir ergangen ist. Was hat sich für dich geändert? Gerne beantworte ich dir eventuell noch offene Fragen.


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