Fastenwoche in Pernegg – Zeit für mich

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Abschalten und Nichtstun gehören schon seit längerem nicht zu meinem Alltag, eine Fastenwoche musste also her. Sehr kurzfristig habe ich Fasten und Aufmerksamkeit mit Natascha Zickbauer im Kloster Pernegg gebucht. In diesem Fastenkurs wird nach Buchinger gefastet. Mein Sonnenschein Robert konnte dieses Mal aus beruflichen Gründen leider nicht mitkommen. Das wird also eine richtige Auszeit vom Alltag!

Die Vorbereitungen auf das Fasten beginnen immer schon eine Woche vorher. Natascha hat folgendes vorgeschlagen:

  • 1. Tag: Fleisch, Fisch, Geflügel und Alkohol weglassen.
  • 2. Tag: Milchprodukte weglassen.
  • 3. Tag: Kaffee und Schwarztee weglassen.
  • 4. Tag: Hülsenfrüchte weglassen.
  • 5. Tag: Getreideprodukte weglassen.

Die Vorbereitungsempfehlungen von Natascha waren natürlich viel umfangreicher. Und sie schickte auch Rezepte mit. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du viel trinkst – vorzugsweise Wasser und Kräutertee.

Spätestens dann, wenn ich den Kaffee weglasse, stellen sich bei mir Kopfschmerzen ein. Das hängt mit dem Entgiftungsprozess und den Entzugserscheinungen zusammen. Nachdem ich viel zu tun hatte, habe ich den Kaffee erst am 5. Tag weggelassen. Viel trinken macht die Kopfschmerzen auf jeden Fall erträglicher.

 

Das Kloster

Ich habe gerade gesehen, dass ich dir im Beitrag über meinen letzten Besuch in Pernegg sehr wenig über das Kloster Pernegg erzählt habe. Lass mich das jetzt nachholen.

Eigentlich ist es ein ehemaliges Kloster. Früher war es ein Chorfrauenkloster bevor es von den Chorherren übernommen wurde. Mittlerweile wurde das Kloster zu einem Fastenzentrum umgebaut.

Vom Kloster ist noch die Kirche geblieben. Diese wird von einem sehr aufgeschlossenen und sympathischen Pfarrer geleitet. Während der Fastenkurse lernst du Pfarrer Sebastian ganz sicher kennen: bei der spannenden Klosterführung, bei der Messe oder bei seiner Einleitung des Stilletages.

Kloster Pernegg

Philosophengarten

 

Wohnen im Kloster

Die Zimmer sind eher schlicht, aber gemütlich. Die meisten Badezimmer stammen noch aus einer Zeit, wo man diesen nur den notwendigsten Platz eingeräumt hat. Sie sind auch nicht am letzten Stand, aber sie erfüllen ihren Zweck. Nur der Duschvorhang ist nicht so ganz meins – ich schaffe es nicht zu Duschen ohne das Badezimmer zu überschwemmen. Speziell beim Fasten ist es super, dass es im Doppelzimmer ein separates WC gibt.

Es gibt einen Radio im Zimmer, jedoch keinen Fernseher. Und obwohl ich Zuhause nicht ohne Radio sein kann, habe ich ihn hier noch nie aufgedreht.

 

 

Das Unterhaltungsprogramm

Wenn du Lesen oder etwas Spielen magst, kannst du das im Turmzimmer. Im Fitnessraum stehen ein paar Geräte, ein Tischtennis-Tisch ist auch vorhanden und wer mag kann in die Sauna gehen.

Eine Bar gibt es auch – die Teebar. Da werden täglich fertige Tees angeboten, die das Fasten unterstützen. Es gibt aber auch eine große Auswahl an Teesorten, die du dir selbst machen kannst. Es sind allerdings nur Kräutertees, weil Früchtetee den Säure- / Basenhaushalt belastet. Außerdem gibt es in der Bar jede Menge Wasser – still oder mild – Zitronen zum Auspressen, Ingwer, Öl zum Ölziehen, Basenpulver und Heilerde.

Zum Entspannen gibt es ein umfangreiches Massageangebot zu angemessenen Preisen. Die MasseurInnen sind alle sehr nett und tun wirklich gut .

Das einzige was mir hier fehlt ist ein Schwimmbad. Und auch ein Kosmetikstudio wäre sehr angenehm, weil Fasten für die Haut gut ist und eine Gesichtsbehandlung würde gut dazu passen. In Horn (ca. 10 km von Pernegg) gibt es bestimmt verschiedene Möglichkeiten zur Schönheitspflege. Nur wegfahren mag ich während der Fastenwoche nicht.

Kloster Pernegg ist auf einer kleinen Anhöhe, mitten in der Natur. Die alten Klostermauern geben dem Gebäude romantischen Charme. Im Philosophengarten regen Sprüche rund um die Liebe zum Nachdenken an. Im Sommer kannst du durch das Kräuterlabyrinth spazieren und die wunderschöne Natur genießen.

Kloster Pernegg

 

 

Samstag – Der Anreisetag

Samstag um 16:00 Uhr bin ich im Kloster angekommen. Es blieb mir noch genug Zeit, um das Zimmer zu beziehen und den Koffer auszupacken. Da ich nicht wusste, ob Robert mitkommt, hatte ich ein Doppelzimmer – leider im neueren Trakt. Die Zimmer sehen zwar ähnlich aus, aber die Atmosphäre im alten Gebäude mag ich viel lieber. Und es ist wesentlich ruhiger. Der Blick von meinem Zimmer ging genau in den Wald und nachts hörte ich die Käuzchen schreien

 

Die Gruppe

Um 17:00 Uhr war Treffpunkt bei der Rezeption. Dort lernte ich unsere Fastenleiterin Natascha Zickbauer und die anderen Teilnehmer der Fastenwoche kennen. Gemeinsam gingen wir in den Raum Rosalia – unseren Gruppenraum für die Fastenwoche. Dort standen schon unsere Welcome-Drinks bereit: Karotten-Obst-Saft im Sektglas.

Zuerst stellte sich Natascha vor und erzählte uns ein bisschen was über die Fastenwoche. In einer Mappe bekamen wir einen Terminplan für die Woche und noch andere nützliche Informationen.

Dann gab es eine Vorstellrunde. Es ist ja nicht einfach, sich 17 Namen auf einmal zu merken. Mit verschiedenen Fragen erfuhren wir ein bisschen mehr von einander.

Die Gruppenteilnehmer macheneinen sehr sympathischen Eindruck. Überrascht hat mich, dass wir 8 Männer in der Gruppe haben. So viele waren bisher noch nie in meinem Fastengruppen. Meistens waren es 2 oder 3, einer davon war Robert. Interessant ist, dass Männer hauptsächlich Fasten, um abzunehmen. Frauen machen es mehr zur Selbstfindung oder Auszeit.

Um 18:00 Uhr ging es zum Abendessen. Heute gab es eine Fastenminestrone – eine Suppe mit Gemüseeinlage. Also noch etwas zum Beißen. Wer wollte, konnte Knäckebrot dazu essen.

Um 19:00 Uhr trafen wir uns wieder im Gruppenraum. Wir bekamen eine interessante Fasteneinführung von Natascha. Das wichtigste ist: TRINKEN, TRINKEN, TRINKEN und Bewegung!

Mir ist es heute soweit ganz gut gegangen. Den Kopf habe ich schon ein bisschen gespürt – aber das war zu erwarten, nachdem ich erst gestern mit Kaffee trinken aufgehört habe. Und natürlich war der Abschied von meinem Sonnenschein ein bisschen wehmütig. Aber es ist ja nur eine Woche und erfahrungsgemäß vergeht diese sehr schnell.

 

 

Sonntag – Entlastungstag

Frühstück gab es um 7:45 Uhr. Und es war wirklich köstlich angerichtet: warme Hirse, Getreidepürree und das berühmte Pernegger Müsli aus Leinsamen und Trockenfrüchten. Dazu gibt es Äpfel, Bananen und Melonen. Wer wollte, konnte gleich mit dem Fastenprogramm beginnen – dann gab es allerdings nur Tee.

Nach dem Frühstück war in der Kirche eine Messe, an der die Fastengäste teilnehmen konnten. Um 10:00 Uhr gingen wir gemeinsam den Weg der Stille. Eine sehr schöne Wanderung mit verschiedenen Stationen, die zur Achtsamkeit einladen.

Natascha Zickbauer
Natascha Zickbauer hat uns nicht nur mit viel Enthusiasmus, Liebenswürdigkeit, Kompetenz und Geduld durch die Fastenwoche geführt. Sie hat uns auch den Weg der stille gezeigt.

 

Mittagessen gibt es immer um 12:00 Uhr. Heute wurden wir mit köstlichen Erdäpfeln und Gemüse verwöhnt. Bis 15:00 / 16:00 Uhr ist dann Ruhepause.

Du hast Zeit für den Leberwickel, den du während der Fastenwoche täglich machen sollst.

  • Dafür füllst du einen Thermophor mit heißem Wasser.
  • Ein kleines Handtuch machst du mit warmem Wasser nass.
  • Dann legst du dir das kleine Handuch auf die Leber.
  • Den Thermophor drauf.
  • Dann wickelst du ein großes Handtuch herum, damit das alles gut hält.

Am besten legst du dich damit ins Bett und ruhst mit dem Leberwickel 20 – 30 Minuten. Bis jetzt bin ich noch immer eingeschlafen, weil das so angenehm ist.

Wer möchte kann natürlich in der Pause auch einen Spaziergang machen. Das Wetter ist für Winter in Pernegg traumhaft. Es liegt zwar ab und zu ein bisschen Schnee, aber die Sonne scheint und es ist fast frühlingshaft.

Um 16:00 Uhr informierte Natascha über die verschiedensten Fastenanwendungen wie Leberwickel, Einlauf und Glaubern. Nachdem ich schon zum 6. Mal da bin, habe ich mir für 15:30 Uhr eine Massage ausgemacht. Nach Holistig Pulsing mit Birgit Koch war ich tiefenentspannt.

Die Gruppe traf ich wieder zum Abendessen. Das Abendessen wird gemeinsam in Stille genossen, damit wir wieder achtsamer essen lernen und besser unseren Körper wahrnehmen. In den meisten Fastenkursen wird auch das Mittagessen in Stille eingenommen. Da das für manche Leute unangenehm ist, gibt es bei Natascha die Stille nur am Abend.

Um 19:00 Uhr gab es im Saal Augustinus eine Übungsstunde „Achtsamkeit erleben“. Mit verschiedenen Entspannungs- und Yoga-Übungen bereiteten wir uns auf die Meditation vor. Zum Abschluss hieß es dann 5 Minuten meditieren. Unglaublich, wie lange fünf Minuten sein können und wie viele Gedanken mir da kommen – die muss ich allerdings alle gleich ziehen lassen – gar nicht so einfach.

Wer wollte konnte sich anschließend noch den Film Fasten und Heilen ansehen. Nachdem ich den schon kannte, ging ich auf‘s Zimmer lesen.

Heute hatte ich ziemliche Kopfschmerzen und irgendwie war mir auch ein bisschen übel. Aber das ist normal und auszuhalten.

Vollmon

 

 

Montag – der Glaubersalztag

Der heutige Tag begann mit aktivem Erwachen. Wir gingen ein Stück durch den Wald und machten auf einer Wiese Übungen für Körper und Geist.

Als wir zurück kamen, stand der für mich schrecklichste Teil der Fastenwoche auf dem Programm:

 

Glaubern!

Das heißt in meinem Fall 35 g Glaubersalz (das wird pro Person berechnet) in einem dreiviertel Liter heißem Wasser aufgelöst. Langsam trinken! Ich habe ja schon öfter Glaubersalz getrunken, aber jedes Mal ist der erste Schluck ein sehr grausliches Erlebnis. Egal ob mit Zitronensaft verfeinert oder mit Strohhalm getrunken. Ich mag dieses Getränk einfach nicht. Das heißt nicht, dass du das genauso empfindest. Es gibt einige Fastenteilnehmer, die es nicht so scheußlich empfinden wie ich. Allerdings habe ich noch nicht gehört, dass es jemand köstlich fand

Am Vormittag stand nichts weiter am Programm. Wenn das Glaubersalz wirkt, ist es besser du bist auf deinem Zimmer. Es war eine gute Gelegenheit ein Buch zu lesen oder einfach eine Runde zu schlafen. Schließlich war ich ja zur Entspannung dort.

 

Speiseplan für die nächsten Tage

Die Gruppe traf sich wieder zum Mittagessen. Nach Buchinger Fasten gibt es bis Donnerstag mittags einen ¼ Liter Obst- / Gemüsesaft. Damit du ihn besser genießen kannst und länger etwas davon hast, wird dieser mit einem Joghurtlöffel serviert. Es bleibt dir überlassen, ob du den Saft nun löffelst oder trinkst. Ich löffle ihn zuerst und wenn nichts mehr am Löffel bleibt, ohne  das Glas zu kippen, trinke ich den Rest in kleinen, bewussten Schlucken. Anschließend gibt es Entspannung für die Leber und den Rest des Körpers.

Nachdem ein traumhafter Tag ist, heißt es um 15:00 Uhr eine Runde spazieren gehen. Der Wind ist zwar etwas kühl, aber es ist trotzdem ideales Wetter – um diese Jahreszeit habe ich das in Pernegg noch nie erlebt!

Zum Abendessen gibt es beim Fasten nach Buchinger eine klare Gemüsesuppe – wer möchte micht Kresse, Petersilie oder Schnitlauch. Auch das ist bis Donnerstag so. Insgesamt nimmst du an den Fastentagen zwischen 160 und 200 Kalorien zu dir.

Um 19:00 Uhr stand Bodyscan und Meditation mit Natascha am Programm. Sehr angenehm und entspannend vor dem Schlafen gehen.

In der Früh hat mich der Kreislauf ein bisschen im Stich gelassen. Bei den Morgenübungen wurde mir schwarz vor Augen, aber das verging bald wieder. Nach dem Glaubern und dem Nachmittagsschläfchen ging es mir besser und die Kopfschmerzen waren endlich weg.

Sonnenuntergang

 

Dienstag – ein ganz normaler Fastentag

Heute konnten wir ausschlafen – den Morgentee gab es erst um 8:00 Uhr. Anschließend stand eine Wanderung nach Etzelsreit zu Stanislaus Wögerbauer am Programm. Dabei hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die Pferdebegleitung kennenzulernen.

Leider konnte ich nicht mitgehen, weil ich für 10:00 uhr schon eine Cranio Sacrale bei Anita Zach gebucht hatte. Das ist mittlerweile schon fixer Bestandteil meiner Fastenwoche, weil es einfach unbeschreiblich angenehm ist.

Nach Vitaldrink und Leberwickel stand eine Führung mit Pater Sebastian am Programm. Ich finde die Klosterführungen mit ihm immer sehr spannend und interessant. Nachdem aber heute wieder so ein traumhafter Tag war und ich Vormittags nicht raus gekommen bin, habe ich am Nachmittag einen Fotospaziergang am Weg der Stille gemacht.

 

Das sind nur ein paar Stationen am Weg zur Stille. Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – immer ein schönes Motiv. Bei Robert findet ihr ein paar Winterfotos in schwarz / weiß.

 

Nach der Suppe ging es mit einem Stilleimpuls zum morgigen Stilletag mit Pater Sebastian weiter. Dieser findet immer in der Kirche statt. Ich habe ihn heute ausgelassen. In der Kirche ist es immer so schrecklich kalt und nach dem Abendessen habe ich ein spannendes Buch begonnen, das wollte ich nicht unterbrechen. Das Angenehme in Pernegg ist: du kannst an den Programmpunkten teilnehmen, du musst aber nicht.

Abgesehen davon, dass ich ein bisschen erfroren bin – wann nicht – ging es mir heute gut. Allerdings pusche ich meinen Kreislauf nach dem Aufstehen immer mit einem Löffel Honig.

 

 

Mittwoch – Stilletag

Der Wecker läutete heute um 6:15 Uhr. Um 6:45 Uhr stand ein Spaziergang in den Sonnenaufgang am Programm. Am Stilletag gehen wir zwar in der Gruppe, reden allerdings nicht miteinander. Mit dem Sonnenaufgang war es dann nichts, weil die Wolken die Sonne versteckten. Es hat trotzdem gut getan, in der Früh eine Runde zu marschieren.

Am Stilletag hast du Gelegenheit, dich ganz auf dich selbst zu konzentrieren. In dich hineinzuhorchen. Von Zeit zu Zeit ist so ein Blick in dich ganz gut. Er setzt die Dinge wieder ins richtige Lot. Und du kannst dich mit deinem Leben auseinander setzen. Was passt, was ist gut, was möchtest du ändern, wie willst du es verändern …

Ich bin wieder zur Erkenntnis gekommen, dass mein Leben soweit ganz in Ordnung ist. Es gibt viele Dinge, für die ich sehr dankbar bin: An erster Stelle ist da natürlich Robert. Aber auch für Freunde, Familie und unser Zuhause. Beruflich wird heuer ein spannendes Jahr für mich, weil ich mich selbstständig machen möchte. Aber ich bin überzeugt, dass es ein gutes Jahr wird. Es tut gut, sich manchmal der schönen Dinge bewusst zu werden. Die kleinen Unannehmlichkeiten des Alltags rücken in den Hintergrund.

Und weil ich hier bin, um etwas Achtsamkeit zu lernen, habe ich verschiedenes darüber gelesen, eine Meditations-App ausprobiert und eine der 20 Achtsamkeitsübungen aus einem Büchlein, das mir ein liebe Freundin geschenkt hat, auspobiert. Dazwischen war ich noch bei einer Kiefer- und Rückenmassage.

Am Nachmittag wurde es noch einmal schön, also ging es wieder raus in die Natur! Ich nutzte das schöne Wetter für ein paar Foto-Impressionen rund um Pernegg.

 

 

Wieder zurück war es schon bald Zeit für das Abendessen. Auch das haben wir noch in Stille eingenommen. Erst danach war wieder plaudern angesagt. Doch irgendwie war uns nicht so richtig danach.

Um 19:00 Uhr hatte Natascha eine besondere Auflösung der Stille für uns. Für jedes der 4 Elemente gab es eine eigene Entspannung mit Koshi Klangspiel. Ein wirklich sehr schöner Abschluss für einen stillen Tag.

 

 

Donnerstag – letzter Fastentag

Für heute wäre eine Wanderung nach Geras vorgesehen. Leider waren die Wettervorhersagen alles andere als erfreulich. Nachdem die Wanderung nach Geras doch zwischen drei und vier Stunden dauert, machten wir gleich nach dem „Frühstück“ einen kleineren Rundgang, der uns nicht so weit vom Kloster wegführte. Es war schon ziemlich grau, doch wir kamen fast trocken zurück ins Kloster.

Pernegg

 

Nachdem dem Mittagssaft schlummerte ich beim Leberwickel weg. Um 16:00 Uhr wartete bereits die letzte Massage meiner Fastenwoche bei Daisy auf mich. Vor dem Abendessen blieb noch ein bisschen Zeit für Entspannung und Lesen.

Die klare Fastensuppe gab es heute zum letzten Mal. Irgendwie gut und irgendwie schade .

Um 19:00 Uhr trafen wir uns wieder in unserem Gruppenraum. Heute stand ein Vortrag der Biobäuerin Elsa Spitaler auf dem Programm. Es ist wahrscheinlich bereits das vierte Mal, dass ich einen Vortrag von Elsa miterlebt habe. Doch jedes Mal ist es wieder spannend und immer wieder erfahre ich Neues zum Thema Ernährung und Bio. Hast du gewusst, dass Bio-Lebensmittel das Blatt auf der Verpackung haben bzw. nur Biobauern mit dem Bio Austria Tafeln wirkliche Biobauern sind?

Am faszinierendsten bleibt aber das Weizen-Pölsterchen. Mit diesem zeigt dir Frau Spitaler, wie wenig Nährstoffe in weißem Mehl enthalten bleiben. Würden Tiere nur damit gefüttert werden, würden sie sterben! Mehr verrate ich dir allerdings nicht dazu – vielleicht hörst du ja einmal selbst den Vortrag von Frau Spitaler.

Zum Wetter passend war der Tag heute sehr entspannend. Es geht mir gut und ich fühle mich wohl. Ich merke allerdings, dass sich der Alltag Zuhause langsam wieder in meine Gedanken einschleicht.

 

 

Freitag – Fasten brechen

Das aktive Erwachen mit der Gruppe habe ich heute ausgelassen und dafür ein bisschen länger geschlafen. Jetzt ist es damit eh bald wieder vorbei mit ausschlafen.

Nach dem Aufstehen beginne ich schon mit dem Koffer packen. Die warme Outdoor-Kleidung brauchen wir heute nicht mehr. Ich denke schon mehr an Zuhause, was am Wochenende am Programm steht. Und welche Termine nächste Woche auf mich warten ….

Schluss damit, einen Tag habe ich noch. Nach dem Frühstück hatte Natascha heute einige Achtsamkeits-Übungen für uns. Zuerst strichen wir Worte wie nie / immer bzw. den Druckmacher „müssen“ aus unserem Sprachsatz. Ganz so einfach ist das natürlich nicht – das wird wohl ein längerer Lernprozess 

Vor allem das „muss“ hat einen ziemlich fixen Platz in meinem Tagesablauf: Heute muss ich noch aufräumen, einen Blogbeitrag schreiben, im Garten etwas erledigen … Das meiste mache ich gerne, nur das „muss“ suggeriert meinem Unterbewusstsein, dass es unangenehme Aufgaben sind. Das haben wir wohl aus unserer Kindheit mitgenommen. Aber wir können unser Unterbewusstsein überlisten. Indem wir z. B. die Aufgaben anders formulieren:

  • Ich räume heute auf, weil ich es gerne ordentlich habe.
  • Im Garten schneide ich heute die verwelkten Blüten, damit wieder neue wachsen können.
  • Ich freue mich schon darauf, den Blogbeitrag zu schreiben – das Thema macht mir Spaß und ist total spannend.

Für mich sehr wichtig war die Übung „Nichtstun lernen – Muße aktivieren“. Das kann ich so gar nicht. Immer habe ich das Gefühl etwas tun zu müssen. Wobei ich das „müssen“ in diesem Fall nicht als Druck empfinde, weil ich an so vielen interessanten Projekten arbeite, die mir richtig Spaß machen. Doch der Tag hat leider nur 24 Stunden – meistens zu wenig fürs Nichtstun. Ob ich das hinkriege, wird sich zeigen – es bedeutet für mich eine Umstellung meines Tagesablaufes.

Nach diesem spannenden Vormittag freuten wir uns auf das Mittagessen: heute gab es wieder etwas zu beißen: Mit einem Apfel wird das Fasten gebrochen. Du kannst dir aussuchen, ob du den Apfel roh, gebraten oder als Mus haben möchtest. Ich habe mich für die rohe Varianten entschieden, weil der Körper durch die intensivere Kaubewegung einen intensiveren Impuls bekommt.

Fasten brechen

Fasten brechen

 

Der Tisch beim Fasten brechen ist immer besonders liebevoll dekoriert. Jeder hatte ein Zimtherz auf seinem Tellerchen. So macht das Beenden des Fastens richtig Spaß. Obwohl ich eigentlich gerne noch weiter gemacht hätte. Nachdem nächste Woche ein voller Terminkalender auf mich wartet und sich das nicht mit Fasten vereinbaren lässt, habe ich meinen halben Apfel genossen (dann war ich satt!). Aber ich glaube, das nächste Mal versuche ich einen 10 Tage Fastenkurs.

Leberwickel gab es auch heute noch. Nur das Mittagsschläfchen war nicht so lange.

 

Shopping bei den Biobauern

Um 15:00 Uhr ging es los zu Frau Spitaler. Hier holten wir unsere bestellten Brote, Müsli und jede Menge Getreide ab.

Anschließend gab es bei Frau Nendwich eine kleine Vorstellung ihres Angebotes. Das Lammfleisch interessiert mich persönlich nicht. Doch Robert freut sich über ein Mitbringsel. Für mich sind hier die Hanfnüsschen, die köstlich zu Salat und Gemüse schmecken. Genauso wie das Hanföl. Das kaufe ich hier immer gleich auf Vorrat.

Zum Abschluss bekamen wir noch einen kleinen Einblick ins Imker-Dasein. Ein Glas Mohnhonig und ein Glas Honig mit Walnüssen musste auch noch mit. Als wir von unserem Einkaufsbummel zurück kamen, wartete schon Niko mit dem bestellen Bio-Gemüse auf uns.

Günstig war dieser Freitag nicht, aber wir haben jede Menge Bio-Vorräte für die nächsten Wochen.

 

Ausklang der Fastenwoche

Zum Abendessen gab es heute gebratene Kartoffel und Gemüse. Alles ungesalzen, aber köstlich gewürzt. Neu war für mich der Soja-Dip, der dazu angeboten wurde.

Als wir satt waren, plauderten wir noch ein bisschen im Turmzimmer. Obwohl es mittlerweile empfindlich kalt draußen war, ließen es sich die Männer nicht nehmen das vorbereitete Feuer im Hof zu entzünden. Die Plauderei ging daher im Philosphengarten weiter. Beim Feuer war es gar nicht sooo kalt.

Und wir konnten alles verbrennen – auf einem Zettel notiert oder gedanklich ins Feuer geworfen – was wir da lassen wollten. Eine sehr schöne Idee und ein passender Abschluss für eine sehr entspannende Woche.

Vollmond

 

 

Samstag – Abreisetag

Heute brauchte ich keinen Wecker zum Aufwachen. Der Alltag hatte mich wieder! Doch ich freute mich schon wieder auf Zuhause und natürlich auf Robert.

Während manche Teilnehmer aktiv erwachten, packte ich meinen Koffer und verstaute alles im Auto. Um 8:00 Uhr wartete bereits das köstliche Pernegger Frühstück auf uns. Heute dauerte es ein bisschen länger. Aber dann hieß es Abschied nehmen.

Eine Fastenwoche in einer sehr angenehmen Gruppe mit vielen interessanten Menschen und einer bezaubernden Fastenleiterin ist wieder viel zu schnell vorbei gegangen. Doch wie heißt es so schön: Nach dem Fasten ist vor dem Fasten. Ich komme bestimmt wieder!

Frühstückstisch

Frühstückstisch

 

Was du für eine Fastenwoche brauchst:

Bereits beim Bericht von meinem letzten Fastenkurs habe ich dir eine Übersicht gemacht, was du beim Fasten nach Buchinger beachten solltest.

Nachdem ich selbst immer viel zu viel einpacke, gebe ich dir heute einen kleine Packliste für eine Fastenwoche:

  • Warme, bequeme Kleidung – beim Fasten ist dir meistens kälter
  • Wasserfeste Outdoor-Bekleidung je nach Jahreszeit. Wenn du ins Waldviertel fährst, ist es meistens noch etwas kälter und der Wind ist unangenehm. Wichtig sind vor allem gute Schuhe, die nass werden können und auf denen du bei Schnee / Gatsch nicht rutscht.
  • Hausschuhe für das Kloster – die schmutzigen Schuhe bleiben im Schuhraum stehen.
  • Lesestoff – allerdings nicht zu viel! Eine Woche ist wirklich sehr kurz und du bist ja auch viel unterwegs. Erfahrungsgemäß brauche ich maximal 2 Bücher. Mittlerweile habe ich meinen E-Book-Reader mit – so geht mir der Lesestoff sicher nicht aus.
  • Alternativ zum Lesestoff kannst du dir deine Handarbeit oder deinen Zeichenblock mitnehmen.
  • Für die richtige Entgiftung brauchst du einen Thermophor (Leberwickel), eine Körperbürste und ein Einlaufgerät (das kannst du allerdings auch vor Ort kaufen).
  • Wenn du Zuhause regelmäßig läufst, kannst du deine Laufschuhe einpacken. Das gleiche gilt für die Fitness-Bekleidung. Es gibt einen kleinen Fitnesss Du wirst allerdings feststellen, dass du in der Fastenwoche doch etwas schwächer bist. Nordic Walking Stöcke schaden nicht. In der Gruppe verwende ich sie selten.
  • Als Saunagänger wirst du auch alles einpacken, was du für einen Saunabesuch brauchst.
  • Für die Massagen brauchst du Bargeld. Eine Stunde kostet zwischen 55 und 65. Du kannst auch eine 1/2 Stunde buchen.
  • Dein Kosmetik- / Schminktäschchen kannst du eigentlich Zuhause lassen. Während einer Fastenwoche sollst du auch deiner Haut eine Auszeit gönnen und sie nur mit Körperöl verwöhnen.
  • Handy / Tablet habe ich natürlich auch mit. Jedoch versuche ich den Gebrauch während der Fastenwoche auf ein Minimum zu reduzieren. Meistens beschränke ich mich auf das tägliche Telefonat mit Robert.
  • Radio ist vor Ort, wenn du zum Entspannen gerne Musik hörst, solltest du dir diese mitnehmen.

Wenn du eine Fastenwoche erlebt hast, lass uns doch an deinen Erfahrungen teilhaben. Jeder erlebt diese Woche anders.

 

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