Naturfotografie im Frühling

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Wenn nach einem langen grauen Winter die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling erahnen lassen, dann juckt es mich schon im Auslöser-Finger. Im Marchfeld sind die Wintermotive für Naturfotograf*innen eher sprärlich. Die Naturfotografie beschränkt sich daher hauptsächlich auf die Besucher am Vogelhäuschen. Doch sobald die ersten Frühlingsblüher ihr Köpfchen aus der Erde stecken, geht’s endlich wieder los. Jetzt gibt es wieder Naturfotos von draußen (die Wintervögel fotografiere ich meistens von der Couch)

Naturbilder im Frühling

In den sozialen Medien kannst du anhand zahlreicher Naturfotos die Entwicklung des Frühlings in Österreich (in Deutschland, Schweiz und anderen Nachbarländern wird es ähnlich sein) beobachten und dich inspirieren lassen.

Der Frühling für Makrofotograf*innen beginnt mit den Schneeglöckchen, gefolgt von den Leberblümchen. Diese werden von den Krokussen, Kuhschellen und den ersten Schmetterlingen abgelöst. Bevor es in der Makrowelt schon mit den ersten Wildorchideen weitergeht.

Schneeglöckchen
Schneeglöckchen
Kuhschelle
Kuhschelle

 

Buschwindröschen
Ungewöhnliche Fotos kannst du mit einem Zoom-Objektiv machen. Dabei ist ein Stativ auf jeden Fall hilfreich.
Bärlauch
Möchtest du dich aus der Frühlingsblumen-Bilder hervorheben, versuche es mit nicht üblichen Frühlingsboten wie Bärlauch, Gänseblümchen oder so manches „Unkraut“, das auch sehr hübsche Blüten hat.
Schneeglöckchen
Mit einem Perspektivenwechsel kannst du auch mit oft fotografierten Motiven wie Schneeglöckchen noch begeistern.

 

Für die Landschaftsfotograf*innen beginnt die Saison mit der Obstbaumblüte. Je nach Region kommen schon bald die Rapsfelder. Doch auch Städte haben im Frühlingskleid einen ganz besonderen Reiz.

Fliederblüte in Wien
Fliederblüte in Wien, Minoritenkirche
Mönchssittich im Nest
Im Frühling bauen die Mönchssittich ihr Nest, Barcelona
Friedrichstadt
In Friedrichstadt hat der Frühling die Landschaft wie auf einem Gemälde aussehen lassen.

 

Auch die Tierfotograf*innen starten mit spannenden Motiven in die Saison. Ob Singvögel oder die Vogelwelt an unseren Seen – jetzt wird fleißig Nest gebaut und schon bald gibt es putzige Fotos vom Nachwuchs. Fasane sind schon weit zu hören, bevor du sie vor die Kamera bekommst. Und die Hasen liefern sich jetzt so manchen Machtkampf. Doch auch die ganz kleinen Tierchen kannst du beobachten, sobald es ein bisschen wärmer wird. Und schon bald füllen sich die Sozialen Medien mit Fotos von Hamstern und Zieseln.

Waldohreule
Ein bisschen Glück gehört schon dazu, um eine junge Waldohreule zu entdecken. Aber das ist bei der Tierfotografie generell so. Oder du besuchst einen Workshop bei Ortskundigen – sie wissen meistens, wer gerade wo lebt
Feldhase
Die Hasen tummeln sich im Frühling auf den Feldern. Jetzt sind sie mit Revierkämpfen beschäftigt und manchmal etwas unvorsichtig. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, fahr vorsichtig.

 

Wollschweber
Wollschweber sind meine absoluten Lieblings-Flieger. Leider sind sie nur von April bis Juli unterwegs.

 

Ob Bienchen, Marienkäfer und andere kleine Flieger – so gut sie im Winter versteckt waren, jetzt sind sie plötzlich alle wieder da. Meistens sind sie noch ein bisschen träge und sitzen in der Sonne – die Gelegenheit für dich und dein Makroobjektiv. Wenn du dich langsam näherst, kann das mit der Großaufnahme der kleinen Insekten gut klappen. Willst du Amphibien fotografieren hast du im Februar / März / April die besten Chancen. Um diese Zeit wandern sie zu ihren Laichgewässern.

Knoblauchkröte
Knoblauchkröte
Erdkröte
Amphibien sind meistens sehr gut getarnt, so wie diese Erdkröte. Du musst also schon sehr genau schauen, um sie zu finden. Oder du machst es wie ich und hilfst bei der Betreuung eines Amphibienzauns in deiner Nähe.

Wie sich die Pflanzenwelt im Garten entwickelt kannst du in den Gartengruppen verfolgen: Noch vor den Schneeglöckchen kommen da die Winter-Sträucher wie Zaubernuss, Winterjasmin … Traubenhyazinthen, Märzenbecher, Obstbäume, Magnolien, Tulpen und Iris folgen.

Tulpen
Auch im Garten findest du im Frühling viele verschiedene Motive. Doch das ist Stoff für einen eigenen Blogbeitrag.

 

Die beste Zeit für Naturfotografie

Fast das ganz Jahr hast du morgens und abends das schönste Licht für deine Naturfotos. Egal ob Blümchen oder Landschaft, wenn die Sonne noch nicht ganz so grell vom Himmel scheint, rückst du dein Motiv in schönes, weiches Licht. Wenn du Insekten fotografieren möchtest, hast du in der Früh auch den Vorteil, dass viele von ihnen noch nicht ganz so schnell unterwegs sind. Schmetterlinge, Libellen und Käferchen brauchen meist eine Weile, bis sie flugbereit sind.

Der Vorteil im Frühling ist, dass du  noch nicht ganz so zeitig aufstehen musst, wie im Sommer, um die Morgenstunden zu nützen. Und am Abend wird es noch nicht ganz so spät, bis du von deinem Ausflug in die Natur nach Hause kommst.

 

Die Ausrüstung für deine Naturbilder

Was du für die Naturfotografie brauchst, hängt von deine Ambitionen ab. Mit den meisten Handys kannst du heute schon sehr schöne Naturbilder machen. Manche Modelle kannst du bereits mit verschiedenen Objektiven „aufmotzen“. Damit wird auch ein Makrofoto mit dem Handy möglich. Geht es dir ums Fotografieren selbst und möchtest du doch etwas mehr Einfluss auf deine Fotos nehmen können, wird es dann wohl eher doch ein Fotoapparat werden. Am besten lässt du dich beraten, welche Kamera für dich und deine Vorhaben die passende ist.

Magst du die kleine Welt ganz groß auf dein Naturfoto bringen, wirst du mit einem Makroobjektiv wirklich viel Freude haben. Ich verwende ein 105 mm. Damit komme ich wirklich sehr gut zurecht. Wenn du dich ein bisschen mit ihrem Verhalten vertraut machst, kommst du damit auch Schmetterlingen nahe genug.

Für die Tierfotografie verwende ich normalerweise mein 80 – 400 mm. Das ist handlich und ich kann damit noch gut aus der Hand fotografieren. Für unsere Südafrika-Safari war dieses Objektiv echt optimal. Manchmal könnte es natürlich auch mehr Brennweite sein, aber da musst du halt einen Kompromiss für dich finden. Wenn du dich auf Vogelfotografie spezialisieren möchtest, wirst du dir wahrscheinlich irgendwann ein richtig großes Objektiv leisten.  Das 80 – 400 mm verwende ich auch meistens für meine Libellenfotos. Mit dem Makroobjektiv komme ich ihnen nur in der Früh nah genug.

Mäusebussard
Mit dem 200 – 500 mm Objektiv, aus der Hand fotografiert ist der Mäusebussard zwar zu erkennen. Doch das Foto ist schon sehr stark zugeschnitten und wirklich scharf ist es auch nicht. Allerdings war der Vogel schon sehr hoch am Himmel und eigentlich ist es Schnappschuss. Also ich bin trotzdem zufrieden.
Libellen im Flug
Um Libellen im Flug zu fotografieren brauchst du wirklich viel Geduld. Und am besten ein Zoom-Objektiv. Diese beiden habe ich mit meinem 70-300 mm Objektiv erwischt.

Jede Menge Speicherkarten und Akkus solltest du auf jeden Fall dabei haben, wenn du Naturfotos vom Frühling machen willst. Ab und zu kann auch ein Stativ hilfreich sein. Ich bin zwar echt kein Fan davon, aber in manchen Situationen hilft es wirklich: längere Belichtungszeiten, fotografieren von Tropfen, Fotoexperimente mit Doppelbelichtungen, Perfektionieren eines Motivs …

 

Naturbilder bearbeiten, präsentieren und archivieren

Du warst draußen, hast den Frühling in seinen schönsten Farben erlebt und auf faszinierenden Bildern festgehalten. Und was jetzt? Wenn du deine Speicherkarte voll hast, solltest du auf jeden Fall erst einmal die besten Bilder auswählen. Möglicherweise musst du noch die eine oder andere Einstellung ändern. Helligkeit, Kontrast, Ausschnitt … mit der passenden Software oder App kannst du deine Fotos rasch bearbeiten. Im Idealfall überlegst du dir ein System für die Archivierung bzw. Verschlagwortung. Mit der Zeit sammelt sich da doch einiges an Bildmaterial an. Und wenn dann jemand kommt und vielleicht ein Naturfoto von dir kaufen möchte, sparst du mit einem überlegten System echt viel Zeit.

Doch bevor überhaupt jemand auf die Idee kommt, bei dir nach Fotos nachzufragen, solltest du sie erst einmal herzeigen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Du zeigst deine schönste Fotos am Handy deiner Familie und Freunden.
  • Du postest sie auf einem Social Media Kanal wie Instagram, Facebook, Pinterest …
  • In verschiedenen Fotocommunitys oder auf Fotoseiten kannst du deine Fotos ebenfalls hochladen. Bei vielen brauchst du dich nur registrieren, andere sind kostenpflichtig.
  • Oder du machst es wie ich. Wenn du nicht nur gerne fotografierst sondern zu deinen Fotos auch etwas zu sagen hast, kannst du deine Bilder auch auf einem Naturfotografie Blog präsentieren. Das hat den Vorteil, dass du die Besucher deines Blogs auf die Besonderheiten unserer Natur aufmerksam machen kannst. Allerdings solltest du für einen Blog entsprechend Zeit einplanen. Bei mir ist es meistens gar nicht der Text, der die meiste Zeit in Anspruch nimmt, sondern die Auswahl der dazu passenden Fotos. Und anders als bei Lifestyle-, Food-, Onlinemarketing- oder Mama-Blogs rechne erst einmal nicht damit, dass dir dein Naturfotografie Blog dein Einkommen sichert.
  • Doch auch gedruckt kannst du deine schönsten Bilder perfekt in Szene setzen. Fotobuch, einzelne Fotodrucke zum Aufhängen, Fotokalender … deiner Fantasie sind heute fast keine Grenzen mehr gesetzt.

Wie auch immer, in irgendeiner Form solltest du deine schönsten Bilder einem mehr oder weniger großen Publikum zeigen. Es wär doch schade, wenn sie auf deiner Festplatte versteckt bleiben.

Instagram naturfreundin
Auf Social Media Kanälen wie zum Beispiel Instagram kannst du deine schönsten Bilder einem großen Publikum präsentieren.

 

Vieles was du hier gelesen hast, gilt natürlich nicht nur für die Naturfotografie im Frühling und so manches betrifft auch nicht nur die Naturfotografie. Auch Reisefotos, Portraits oder Architekturbilder wollen bearbeitet und ordentlich archiviert werden.

Einen Tipp habe ich noch für dich: Wenn du gerade erst dabei bist, dich mit der Naturfotografie auseinanderzusetzen und dich einzuarbeiten, besuche einmal einen Fotoworkshop. Du lernst dabei mit deiner Kamera umgeben und bekommst Input zu deinen Bildern. Ich persönlich habe bei den Workshops am meisten von den Bildbesprechungen mitgenommen. Du wirst dich wundern, was andere Teilnehmer gesehen haben. Oft fragst du dich, ob du im gleichen Workshop warst.

 

Das war’s jetzt aber fürs erste. Wenn du magst, verrate mir in den Kommentaren, wo ich deine Naturbilder sehen kann. Und wenn ich was vergessen habe, lass es mich auch wissen. Ich wünsche dir viel Spaß draußen.

 

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